Heizölpreise steigen um 79 Prozent – AK fordert Entlastung

Pia ProdingerPia Prodinger
Heizölpreisanstieg mit Euro-Symbol und Zapfen, 79% plus, 1,931€/L
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Arbeiterkammer Kärnten schlägt Alarm: Eine Tankfüllung mit 3.000 Litern Heizöl kostet derzeit rund 5.700 Euro – um 2.500 Euro mehr als vor einem Jahr. Rund 45.000 Haushalte im Bundesland sind betroffen.

Die Kosten für Heizöl sind in den vergangenen Monaten massiv gestiegen. Nach einer kurzen Entspannung im Mai und Juni zogen die Preise im Sommer erneut stark an. Am 16. September wurde mit durchschnittlich 1,931 Euro pro Liter ein neuer Höchststand erreicht. Aktuell liegt der Durchschnittspreis bei 1,893 Euro pro Liter.

Für die rund 45.000 Kärntner Haushalte, die mit Heizöl heizen, bedeutet das eine enorme finanzielle Belastung. Eine Bestellung von 3.000 Litern kostet derzeit etwa 5.700 Euro. Im Vergleich zum September 2025 entspricht das einer Mehrbelastung von rund 2.500 Euro oder 79 Prozent. Besonders problematisch: Mit Beginn der kühleren Jahreszeit müssen viele Haushalte ihre Tanks füllen.

Sechs-Punkte-Forderungskatalog der AK

„Heizen darf nicht zum Luxus werden. Wenn sich die Heizkosten innerhalb eines Jahres um mehrere tausend Euro erhöhen, bringt das viele Menschen finanziell an ihre Grenzen“, betont AK-Präsident Goach. Er fordert rasche Hilfe für betroffene Haushalte sowie langfristige Maßnahmen, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und internationalen Preisschocks zu verringern.

Die Arbeiterkammer Kärnten stellt folgende Forderungen:

  • Den Heizkostenzuschuss treffsicherer hinsichtlich der verschiedenen Heizsysteme gestalten und für einkommensschwache Haushalte aufstocken
  • Unbürokratische Soforthilfen für besonders betroffene Familien, Alleinerziehende und Pensionistinnen und Pensionisten
  • Mehr Förderung für den Umstieg auf alternative und energieeffiziente Heizsysteme
  • Mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der Produktions- und Lieferkette – vom Rohöl bis zum Endkundenpreis
  • Eine „Preise-runter-Garantie“ durch strengere Preisaufsicht durch die Bundeswettbewerbsbehörde und umgehende Weitergabe von Schwankungen der Rohöl- bzw. Produktionskosten an die Verbraucher
  • Eine „Heizölpreisbremse“ analog zur sogenannten „Spritpreisbremse“, die zu Entlastungen führt

„Kurzfristige Entlastung und eine konsequente Kontrolle des Marktes müssen Hand in Hand gehen. Preisaufschläge müssen nachvollziehbar sein“, betont AK-Wirtschaftsexperte Jürgen Kopeinig. Es müsse klar sein, wie sich der Endkundenpreis zusammensetzt und ob Preiserhöhungen tatsächlich durch höhere Beschaffungskosten gerechtfertigt sind.

Wöchentlicher Preisvergleich verfügbar

Die AK Kärnten empfiehlt Konsumentinnen und Konsumenten, mehrere Angebote einzuholen. Auf der Website kaernten.arbeiterkammer.at/heizoelbarometer wird jeden Mittwoch eine aktualisierte Übersicht der Preise ausgewählter Heizölhändler aus ganz Kärnten veröffentlicht. Da die Preise tagesaktuell schwanken, sollten die konkreten Konditionen vor der Bestellung direkt beim jeweiligen Anbieter erfragt werden.

Quelle: OTS

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