Herz-Lungen-Maschine rettet Leben bei Herzstillstand

Pia Prodinger
eCPR: ECMO Therapie mit medizinischem Personal und Herz-Lungen-Maschine
© Mit KI (Gemini) generiert

In Graz kommt eine neue Notfalltherapie bei Herzstillstand zum Einsatz. Eine mobile Herz-Lungen-Maschine übernimmt dabei vorübergehend die Funktion lebenswichtiger Organe, während Ärzte die Ursache behandeln. Eine Patientin konnte bereits erfolgreich versorgt werden, so der ORF.

Die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) zählt zu den anspruchsvollsten Notfalltherapien der modernen Herz-Kreislauf-Medizin. Sie ist nur für eine kleine, streng definierte Patientengruppe mit Herz-Kreislauf-Stillstand vorgesehen.

Mobile Herz-Lungen-Maschine im Einsatz

Bei der Therapie kommt während der laufenden Wiederbelebung eine mobile Herz-Lungen-Maschine (ECMO) zum Einsatz, die vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge übernimmt. Tina Muhr, Projektinitiatorin und Leiterin der kardiologischen Intensivstation am LKH Graz II, erklärt das Prinzip: Bei bestimmten Patienten werde versucht, mit dieser Maschine rasch wieder einen adäquaten Kreislauf herzustellen, um die Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Während die Maschine die Sauerstoffversorgung sicherstellt, können Mediziner die Ursache des Herzstillstandes behandeln.

Realistische Simulationen bereiten auf Ernstfall vor

Damit die neue Methode im Ernstfall reibungslos funktioniert, wird das Vorgehen intensiv trainiert. Entscheidend ist das perfekte Zusammenspiel aller Beteiligten – von Ersthelfern über die Leitstelle und den Rettungsdienst bis hin zu Kardiologie, Intensivmedizin, Herzkatheter-Labor und Nachbehandlung.

Die KAGes setzt dabei auf das Programm ChangeVision: Seltene und hochkomplexe Notfallsituationen werden unter realistischen Bedingungen simuliert. Die Abläufe werden videobegleitet analysiert und anschließend gemeinsam optimiert. Nach jeder Simulation erfolgt eine gemeinsame Auswertung der Videoaufzeichnungen. Verbesserungen werden unmittelbar umgesetzt und in weiteren Durchgängen überprüft. Ziel ist ein standardisierter Ablauf, der auch unter höchstem Zeitdruck sicher funktioniert.

„Training macht Sicherheit. Je öfter trainiert wird, desto sicherer werden die ganzen Mannschaften“, so Notarzt Berthold Petutschnigg. Je öfter man trainiere, desto mehr Eventualitäten könne man simulieren und damit werde das ganze Projekt noch sicherer.

Erste erfolgreiche Anwendung in Graz

Noch vor dem offiziellen Start des Projekts gab es in Graz bereits einen erfolgreichen realen eCPR-Einsatz: Eine Patientin konnte mithilfe dieser hochspezialisierten Therapie versorgt werden und das Krankenhaus gesund wieder verlassen. Muhr zeigt sich erfreut: Die Patientin sei im Herz-Kreislauf-Stillstand unter Wiederbelebung eingeliefert worden, habe dann die Maschine bekommen und dadurch konnten die Organe wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Solche Ergebnisse motivierten, weiterzumachen.

Strenge Voraussetzungen für Therapie

Im Großraum Graz werden jährlich rund 300 Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand reanimiert. Nur etwa sechs bis elf Prozent erfüllen die Voraussetzungen für eine eCPR. Für diese rund 30 bis 36 Patienten pro Jahr kann die neue Therapie aber einen entscheidenden Unterschied machen.

Muhr nennt die wichtigsten Kriterien: Die Herz-Lungen-Maschine müsse innerhalb von einer Stunde nach Herz-Kreislauf-Stillstand bereits laufen. Durch die räumliche Distanz sei man eingeschränkt, damit Patienten rechtzeitig eintreffen können. Zudem dürften sie keine wesentlichen Vorerkrankungen haben. Wichtig sei auch, dass der Patient einen gewissen Rhythmus habe, bei dem man von einer reversiblen Ursache ausgehen könne.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3361795/

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