HerzMobil NÖ startet im Weinviertel

Das telemedizinische Betreuungsprogramm HerzMobil NÖ für Menschen mit Herzinsuffizienz wird seit August auch im Weinviertel angeboten. Patientinnen und Patienten erfassen täglich ihre Werte zu Hause und werden digital begleitet.
In Niederösterreich leiden zahlreiche Menschen an chronischer Herzschwäche, die jährlich rund 25.000 Klinikaufenthalte verursacht. Österreichweit sind etwa 300.000 Personen betroffen. Bei der Erkrankung versorgt das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff – Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit und Wassereinlagerungen sind die Folge.
Nach dem Start in der Thermenregion vor einem Jahr läuft HerzMobil NÖ seit August nun auch im Weinviertel. Das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf betreut das Projekt. In der Startphase werden heuer fünf bis zehn Betroffene begleitet, 2027 soll die Zahl auf 20 steigen. Langfristig könnte das Programm landesweit bis zu 2.000 Patientinnen und Patienten jährlich erreichen.
Digitale Überwachung im Alltag
Teilnehmende erhalten ein Smartphone, eine Waage und ein Blutdruckmessgerät. Täglich erfasste Werte werden automatisch an das Betreuungsteam übermittelt. Das Programm dauert zunächst drei Monate und kann bei Bedarf auf sechs Monate verlängert werden.
„HerzMobil NÖ zeigt, wie Telemedizin die persönliche Betreuung sinnvoll ergänzen kann“, erklärt Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur. Die digitale Begleitung setze direkt im Alltag der Betroffenen an und reiche über den Krankenhausaufenthalt hinaus.
Zusammenspiel von Klinik und niedergelassenen Ärzten
Ein zentrales Element ist die Kooperation zwischen dem Landesklinikum und sogenannten Netzwerk-Ärzten – Fachärztinnen und Fachärzten für Innere Medizin sowie Allgemein- und Familienmedizinerinnen und -medizinern. Nach der Entlassung aus dem Spital wird die telemedizinische Betreuung durch regelmäßige Kontrolltermine im niedergelassenen Bereich ergänzt.
Assoz.-Prof. OA Priv.-Doz. DDr. Martin Grübler, Ärztlicher Leiter von HerzMobil Niederösterreich, betont die durchgehende Begleitung von der Klinik bis nach Hause. Speziell weitergebildete Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege stellen gemeinsam mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten die Versorgungskontinuität sicher.
Ziele: Stabilisierung und weniger Spitalsaufenthalte
Das Programm soll die Erkrankung stabilisieren, die Therapie verbessern und Wiederaufnahmen ins Spital vermeiden. Zudem soll die Lebensqualität der Betroffenen steigen. Landesrat Anton Kasser spricht von mehr Sicherheit für Patientinnen und Patienten, Entlastung für Angehörige und effizienterem Ressourceneinsatz im Gesundheitssystem.
Landesrat Martin Antauer, Vorsitzender des NÖGUS, hebt hervor, dass jeder Euro direkt in Fürsorge und Lebensqualität fließe. Das Projekt zeige, wie moderne Medizin und digitale Technik Hand in Hand gehen.
Finanzierung und Partner
Getragen wird HerzMobil NÖ vom Land Niederösterreich, der NÖ Landesgesundheitsagentur, dem NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Ärztinnen- und Ärztekammer für NÖ. Finanziert wird es durch den NÖGUS und die Sozialversicherungsträger.
NÖGUS-Geschäftsführer Volker Knestel sichert die Finanzierung für die kommenden Jahre zu. Die Krankheitskompetenz der Betroffenen werde gestärkt, die Lebensqualität verbessert.
Dr. Harald Schlögel, Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für NÖ, sieht in HerzMobil ein verlässliches Behandlungsnetz nach dem Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“.
Robert Leitner und Florian Hengl, beide Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in NÖ, betonen die Bedeutung der Vorsorge bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Unterstützung der Betroffenen im Alltag.
Am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf betreut die Abteilung für Innere Medizin I bereits die ersten sieben Patientinnen und Patienten interprofessionell.
Quelle: OTS
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