Herznotfälle beim Wandern: Klinikum warnt vor Risiken

Das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf macht auf die Gefahren für das Herz-Kreislauf-System beim Wandern aufmerksam. Besonders bei Hitze, steilen Anstiegen und mangelnder Vorbereitung drohen ernsthafte Komplikationen.
Wandern gehört in Oberösterreich zu den populärsten Freizeitbeschäftigungen und trägt zur Gesundheit bei. Doch die Belastung für Herz und Kreislauf wird häufig unterschätzt – vor allem bei hohen Temperaturen, schwierigen Routen und fehlender Vorbereitung. Das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf weist nun auf die Gefahren hin und gibt Ratschläge zur Prävention und zum Notfallverhalten.
Regelmäßige Bewegung kräftigt zwar das Herz und steigert die Fitness. Doch längere Touren im Gebirge können eine beträchtliche Belastung darstellen. Steile Passagen, Hitze und zu wenig Flüssigkeit verstärken die Beanspruchung des Körpers. Besonders gefährdet sind Menschen mit unentdeckten oder bekannten Herzleiden sowie Personen, die ihre Kondition falsch einschätzen oder ungewohnt hohe Anstrengungen unternehmen.
Alarmsignale oft zu spät erkannt
Warnzeichen werden oft nicht rechtzeitig wahrgenommen oder bagatellisiert. Zu den typischen Symptomen gehören Druck oder Enge in der Brust, Atemnot, Schwindel, außergewöhnliche Erschöpfung, Übelkeit oder kalter Schweiß. Diese Anzeichen können auf schwerwiegende Herzprobleme hindeuten und erfordern sofortige Aufmerksamkeit.
„Wandern ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, etwas für die eigene Gesundheit zu tun – vorausgesetzt, man kennt seine Grenzen“, erklärt Prim. Dr. Thomas Mark, Leiter der Inneren Medizin am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf. „Gerade bei sommerlichen Temperaturen und anspruchsvollen Touren darf die Belastung für das Herz nicht unterschätzt werden. Wer auf seinen Körper hört, ausreichend trinkt und Pausen einlegt, kann das Risiko deutlich reduzieren.“
Richtige Planung senkt das Risiko
Herznotfälle lassen sich durch gezielte Vorbereitung häufig verhindern. Wesentlich ist die Auswahl einer Strecke, die der eigenen Fitness entspricht, sowie eine realistische Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Eine allmähliche Erhöhung der Anstrengung hilft, Überforderung zu vermeiden. Personen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzerkrankungen sollten vor fordernden Wanderungen einen Arzt konsultieren.
Während der Tour ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend. Regelmäßige Pausen und ein angepasstes Tempo – insbesondere bei Steigungen – sind unerlässlich. Direkte Sonne sollte gemieden werden, da Hitze das Herz-Kreislauf-System zusätzlich strapaziert.
Im Notfall schnell reagieren
Treten dennoch Beschwerden auf, ist sofortiges Handeln gefragt. Die Anstrengung muss umgehend beendet und die betroffene Person ruhig gelagert werden. Gleichzeitig ist der Notruf 144 zu alarmieren. Bei Bewusstlosigkeit sind Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
Prim. Dr. Thomas Mark rät allen Wanderern: „Sie sollten ihre Tour sorgfältig planen, auf die Signale ihres Körpers achten und im Zweifel rechtzeitig umdrehen. So bleibt Wandern eine sichere und gesunde Möglichkeit, Bewegung und Natur zu verbinden.“
Quelle: https://www.ooeg.at/service/presse/presseaussendungen/detail/herznotfaelle-beim-wandern
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