Hitze forderte 2025 in Österreich 449 Todesopfer

Die AGES hat ihr Monitoring zur Hitze-Sterblichkeit überarbeitet. Die neuen Berechnungen berücksichtigen auch verzögerte Hitzefolgen und fallen höher aus als bisherige Schätzungen. Im Jahr 2025 starben demnach 449 Menschen an Hitzefolgen, 2024 waren es sogar 989.
Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat ihre Methode zur Erfassung hitzebedingter Todesfälle aktualisiert. Das überarbeitete Modell bezieht nun auch zeitlich verzögerte Auswirkungen von Hitze mit ein. Dadurch sind die Ergebnisse international besser vergleichbar, liegen jedoch über den bisherigen Schätzungen, wie die AGES mitteilt.
Nach den neuen Berechnungen kamen im Jahr 2025 insgesamt 449 Menschen durch Hitzeeinwirkung ums Leben. In Niederösterreich wurden 83 Hitzetote registriert – der zweithöchste Wert aller Bundesländer nach der Steiermark. Noch dramatischer war die Situation im Jahr 2024, das als heißestes Jahr seit Messbeginn gilt: Damals wurden österreichweit 989 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet, davon 227 in Niederösterreich.
Hitzetelefon des Gesundheitsministeriums wieder aktiv
Gesundheitsministerin Corinna Schumann (SPÖ) bezeichnet Hitzewellen wie die aktuelle als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen in den Sommermonaten. Aus diesem Grund hat das Gesundheitsministerium kürzlich wieder sein Hitzetelefon in Betrieb genommen. Fachleute informieren dort über Schutzmaßnahmen, helfen beim Erkennen von Warnsignalen und beraten bei Beschwerden wie Kreislaufproblemen oder Schlafstörungen.
Hitze betrifft alle Altersgruppen, entscheidend ist die Fähigkeit, selbstständig ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. „Das heißt, da muss man sich gegenseitig unterstützen. Da sollte man drauf schauen, dass sie ausreichend trinken“, erklärt Philipp Sedlmaier-Hinterwallner von der Gesundheitsberatung bei Notruf NÖ. Auch Säuglinge und stillende Mütter sollten auf kontinuierliche Flüssigkeitszufuhr achten. Empfohlen wird zudem leichte Kost.
Sofort handeln bei Alarmsignalen
Zu den Warnzeichen zählen Übelkeit, Erbrechen und ein stark geröteter Kopf, so Sedlmaier-Hinterwallner. Wenn diese Symptome auftreten, „dann ist es wirklich am besten, Zivilcourage zu zeigen“. Betroffene sollten umgehend aus der Sonne in den Schatten gebracht werden.
Hilfreich sind kühle Umschläge und ausreichend Flüssigkeit. Tritt keine Besserung ein, muss professionelle Hilfe gerufen werden. Hobbysportler sollten die Mittagssonne meiden und sportliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden oder medizinischen Fragen ist das Gesundheitstelefon 1450 die richtige Anlaufstelle. Bei echten Notfällen wie Bewusstlosigkeit, Atemnot oder schweren Kreislaufproblemen muss sofort der Notruf 144 gewählt werden. Der bisherige Hitzerekord des Jahres 2026 wurde am 20. Juni in Bad Deutsch-Altenburg (Bezirk Bruck an der Leitha) gemessen.