Hitze und Dürre: Ernteausfälle bis zu 80 Prozent

Die anhaltende Hitze und Trockenheit führt in Niederösterreich zu massiven Ernteeinbußen. Bei Weizen werden bis zu 50 Prozent weniger Ertrag verzeichnet, bei Kürbis und Soja drohen Ausfälle von bis zu 80 Prozent, so der ORF.
Die extreme Hitze setzt der Landwirtschaft massiv zu. In Großkadolz im Bezirk Hollabrunn zeigen sich die Folgen der Trockenheit deutlich: Landwirt Maximilian Hardegg musste bei der Weizenernte einen Rückgang von 40 Prozent hinnehmen. Der Boden sei völlig ausgetrocknet, erklärte er gegenüber der ZIB 2. Der schwarze Boden enthalte kein Wasser mehr und sei trocken wie Sand.
Auch beim Mais zeichnet sich eine Missernte ab. Das Getreide erreiche kaum Brusthöhe, obwohl es über zwei Meter hoch sein sollte, und habe kaum Kolben angesetzt, so Hardegg. Die Hitze und vor allem die Trockenheit hätten dem Maisfeld stark zugesetzt.
Bis zu 80 Prozent Einbußen bei Soja und Kürbis
Lorenz Mayr, Vizepräsident und designierter Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, rechnet besonders bei den noch am Feld stehenden Kulturen mit enormen Verlusten. Bei Kürbis, Soja und ähnlichen Kulturen würden die Einbußen 70 bis 80 Prozent betragen, teilweise seien Totalausfälle zu erwarten, sagte er im Interview mit Armin Wolf.
Bereits am Mittwoch hatte AMA-Chef Günter Griesmayr bei einer Pressekonferenz in Wien von Ertragsrückgängen bei Weizen bis zu 50 Prozent in manchen Gegenden berichtet. Trotz der geringeren Getreideernte stünden ausreichend Mengen für die Herstellung von Brot, Mehl und Backwaren zur Verfügung, bestätigte auch Mayr.
Preissteigerungen bei Lebensmitteln erwartet
Die Ernteausfälle werden sich auf die Lebensmittelpreise auswirken, ist Mayr überzeugt. Bei Erdäpfeln etwa liege die Erntemenge nur bei einem Drittel eines normalen Jahres. Die Preissteigerungen seien notwendig, damit die Betriebe die hohen Kosten durch Dünger und Dieselpreise ausgleichen könnten, so der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer.
Die wirtschaftliche Lage im Ackerbaugebiet sei in den vergangenen Jahren bereits sehr schwierig gewesen, erklärte Mayr in der ZIB 2.
Forderung nach Ausgleichszahlungen
Die Milchbauern haben bereits eine Ausgleichszahlung von 300 Euro pro Kuh aus dem Katastrophenfonds gefordert. Auch Mayr sprach von einer wirtschaftlich schwierigen Lage und rechtfertigte die Forderung nach Ausgleichszahlungen oder Dürre-Paketen.
Es gehe um Unterstützungen bei Zahlungen und eventuell auch Stundungen verschiedener Beiträge, sagte er. Die hohen Kosten durch den Iran-Krieg und die dadurch gestiegenen Dünger- und Dieselpreise seien nicht kostendeckend. „Jeder Euro, der in die Landwirtschaft jetzt investiert wird, ist ein guter Euro für die Zukunft, damit wir die Lebensmittelversorgung in Österreich aufrechterhalten können“, so Mayr.
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