Hitzeschutz-Gipfel: Kritik an Schulmaßnahmen

Ein „Aktionsplan Coole Schule“ soll über den Sommer erarbeitet werden und Hitzeschutz an Schulen ermöglichen. Das wurde beim Hitzeschutz-Gipfel am Mittwoch im Bildungsministerium beschlossen. Schulen sollen künftig bei Hitze selbst Maßnahmen treffen können, so der ORF.
Geplant sind erste Investitionen in Schulgebäuden, etwa durch Beschattungen. Auch die Option von verkürztem Unterricht während Hitzeperioden soll eingeführt werden. Ein generelles „Hitzefrei“ ist jedoch nicht vorgesehen.
50 Schulen sollen umgebaut werden
In 50 Schulen sollen Fenster ausgetauscht, Jalousien zur Beschattung angebracht oder Klimaanlagen installiert werden. Die Schulen können zudem eigenständig entscheiden, ob bei Hitze der Sportunterricht entfällt, schriftliche Tests verschoben, Schulstunden verkürzt und Pausen verlängert werden oder der Nachmittagsunterricht ausfällt.
Der steirische AHS-Lehrergewerkschafter Markus Kerschbaumer begrüßt, dass es kein generelles Hitzefrei geben soll. „Vor allem im Juni versuchen noch viele verzweifelt ihre Note auszubessern in den höheren Schulstufen mit letzten Prüfungen, letzten Schularbeiten. Das abzusagen wegen hitzefrei hätte wahrscheinlich eine Welle von Beschwerden zur Folge“, so Kerschbaumer.
Gewerkschafter gegen Ferienverschiebung
Weniger erfreut zeigt sich Kerschbaumer darüber, dass eine Vorverlegung der Sommerferien noch nicht ausgeschlossen ist. „Wir sind auf jeden Fall sehr deutlich gegen Ferienverschiebungen, weil es aufgrund von den vielfältigen Verpflichtungen und Fristen in der Schule, viel größere Probleme nach sich ziehen kann, als es löst“, erklärt der Gewerkschafter.
Schülervertreter bemängeln Umfang der Maßnahmen
AHS-Landesschulsprecher Wendelin Krammer übt Kritik an den angekündigten baulichen Maßnahmen. „Beispielsweise spricht der Minister von 50 Schulen österreichweit von wohlgemerkt 6.000, die ‚klimafit' gemacht werden sollen. Das sind österreichweit nicht einmal ein Prozent der ganzen Schulen“, so Krammer.
Problematisch sei zudem, dass die baulichen Kühlmaßnahmen aus den laufenden Schulbudgets finanziert werden sollen. „Die Schulen kommen aktuell gerade einmal so damit aus. Wie soll das dann möglich gemacht werden dass dann weiter investiert wird“, fragt Krammer. Er fordert ausreichende Mittel für Investitionen – schließlich gehe es um die Bildung und damit die Zukunft des Landes.
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