Hochbegabte: 170 Schüler studieren parallel zur Schule

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die bereits vor der Matura an Hochschulen studieren, wächst kontinuierlich. Im Wintersemester 2025/26 nehmen 170 Jugendliche am Programm teil – fast dreimal so viele wie noch vor sechs Jahren.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) plant, dass Gymnasien und Realgymnasien ab Herbst eigene Klassen für Hochbegabte einrichten können. Der entsprechende Gesetzesentwurf für diese neue AHS-Sonderform befindet sich derzeit in Begutachtung. Bisher sind solche Angebote nur im Rahmen von Schulversuchen möglich.
Bedarf scheint jedenfalls vorhanden: Immer mehr besonders begabte Jugendliche nutzen die Möglichkeit, schon während der Schulzeit an einer Hochschule zu studieren. Die Teilnehmerzahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an.
Von 58 auf 170 Teilnehmer in sechs Jahren
Die Uni Salzburg startete bereits im Jahr 2000 das Pilotprojekt „Schüler/innen an die Uni“. Besonders begabte und motivierte Jugendliche können dabei Prüfungen ablegen, die sie sich später für ihr reguläres Studium anrechnen lassen können.
Im Wintersemester 2019/20 waren 58 Schülerinnen und Schüler im Programm eingeschrieben, im Wintersemester 2025/26 sind es bereits 170. Parallel dazu hat sich die Zahl der teilnehmenden Hochschulen von 19 auf 38 verdoppelt. Neben Universitäten beteiligen sich auch Fachhochschulen, Privatunis und Pädagogische Hochschulen.
Das Angebot erstreckt sich mittlerweile über alle Bundesländer hinaus: Auch die Universität Liechtenstein und die FernUniversität Hagen in Deutschland sind dabei. Studiengebühren müssen die Programmteilnehmer nicht bezahlen.
Informatik und Naturwissenschaften am beliebtesten
Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen laut der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) zuletzt aus Wien (46), Salzburg (24) und der Steiermark (24). Zwei Drittel besuchen eine AHS, aber auch HTL- und HAK-Schüler sind vergleichsweise stark vertreten.
Die meisten Jugendlichen befinden sich in einem der letzten drei Schuljahre. Zuletzt waren aber auch Zwölfjährige im Programm eingeschrieben.
Am gefragtesten sind die Studienrichtungen Informatik und Naturwissenschaften (je 25 Teilnehmer) sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (22). Die meisten Schüler studieren an der Uni Salzburg (28), der Uni Wien (22) und der Wirtschaftsuniversität Wien (20).
Betreuung durch Ansprechpersonen und Buddys
An jeder Partnerhochschule gibt es eine eigene Ansprechperson, die bei Fragen rund um das Studium unterstützt. Seit dem Wintersemester 2022/23 existiert an sieben Einrichtungen zusätzlich ein Buddy-System. Dabei helfen ehemalige Programmteilnehmer, die mittlerweile regulär studieren, den Schülern beim Einstieg in den Uni-Alltag.
Quelle: APA
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