Hochwasser 2024: Pegel um bis zu 50 Prozent höher

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine neue Studie zeigt: Die Erderwärmung hat die Hochwasserspitzen beim Herbst-Hochwasser 2024 deutlich stärker angehoben als die Regenmenge selbst. In Österreich lagen die Pegelstände an vielen Messstellen um 25 bis 50 Prozent höher als ohne Klimawandel.

Beim verheerenden Hochwasser im September 2024 hinterließ Sturm "Boris" vor allem im Nordosten Österreichs massive Schäden. In Teilen Niederösterreichs fielen binnen weniger Tage knapp über 400 Millimeter Regen pro Quadratmeter. Auch Polen und Tschechien waren stark betroffen.

Ein Forschungsteam unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig hat das Ereignis nun in Simulationen mit und ohne Klimawandel nachgerechnet. Beteiligt war auch Daniel Klotz von der Interdisciplinary Transformation University (IT:U) Austria in Linz. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal "Science Advances".

Regenmenge um sechs bis neun Prozent erhöht

Ohne die vom Menschen verursachte Erderwärmung wären die Niederschläge im Schnitt um sechs bis neun Prozent geringer ausgefallen. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen – das macht extreme Regenmengen wahrscheinlicher.

Noch drastischer fällt der Unterschied bei den Hochwasserspitzen aus: Diese hätten der Analyse zufolge im Mittel um 14 bis 22 Prozent niedriger gelegen, hätte es den Klimawandel nicht gegeben.

Österreich besonders stark getroffen

Entlang der Donau, im Einzugsgebiet des Kamp sowie im Mostviertel, Industrieviertel und Wienerwaldgebiet zeigen sich besonders hohe Werte. An vielen Messstationen wären die Pegel ohne Klimawandel um mehr als 25 Prozent niedriger gewesen – teils sogar um die Hälfte.

Der Grund für die Diskrepanz zwischen Regenmenge und Pegelstand liegt in der Aufnahmefähigkeit der Böden und der Dimensionierung des Hochwasserschutzes. „Der Boden kann zunächst einen Teil eines Starkregenereignisses abfangen. Aber irgendwann ist er voll, und dann gelangt jeder zusätzliche Millimeter Wasser direkt in den Fluss“, erklärt Studienerstautor Peter Miersch.

Zehn Prozent mehr Regen können 20 Prozent mehr Hochwasser bedeuten

Co-Autor Jakob Zscheischler betont: „Wenn der Klimawandel zu zehn Prozent mehr Extremniederschlag führt, bedeutet das nicht, dass das Hochwasser ebenfalls nur zehn Prozent stärker wird. Es können auch zwanzig Prozent sein.“ Sind Hochwasserrückhalteanlagen ausgelastet, steigen Pegelstände und Schäden überproportional. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt unter den veränderten klimatischen Bedingungen zu.

Quelle: APA

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