Hochwasserschutz ohne Dämme im Fokus

Zahlreiche Bürgermeister und Fachleute informierten sich am 15. Oktober in Rabenstein über natürliche Methoden zum Schutz vor Hochwasser. Die Veranstaltung zeigte innovative Ansätze zum Wasserrückhalt in der Landschaft.
Eine Fachveranstaltung zum Thema „Grüner Hochwasserschutz – ohne Becken, ohne Dämme?“ lockte am 15. Oktober 2026 zahlreiche Gemeindevertreter und Experten ins GuK Rabenstein. Organisiert wurde der Abend von der KLAR! Pielachtal gemeinsam mit der Gemeinde Rabenstein, der LEADER-Region Mostviertel-Mitte und dem Verein Regentropfen.
Starke Beteiligung aus niederösterreichischen Gemeinden
Besonders groß war das Interesse aus der Politik: Neben vielen Bürgermeistern und Gemeindevertretern nahm auch Helga Krismer-Huber, Klubobfrau der Grünen im NÖ Landtag, persönlich teil. Landesrat Anton Kasser richtete eine Videobotschaft an die Teilnehmer. Die breite Beteiligung zeigt, wie aktuell das Thema geworden ist.
Forschungsprojekte und praktische Ansätze
Im Mittelpunkt standen Fachvorträge zu aktuellen Klimaprognosen und Möglichkeiten, Regenwasser länger in der Landschaft zu halten. Präsentiert wurden das Forschungsprojekt resilientRAIN, Ansätze zum retentiven Wegebau sowie Methoden zur verbesserten Versickerung und Speicherung von Niederschlagswasser. Die Experten erläuterten das Potenzial natürlicher Wasserrückhaltemaßnahmen als Ergänzung zu klassischen Schutzbauten.
Auch praktische Umsetzungsmöglichkeiten und behördliche Rahmenbedingungen wurden thematisiert.
Erfolgsgeschichte aus der Praxis
Einen besonders anschaulichen Beitrag lieferte Frau Luger, die als Betroffene ihre Erfahrungen schilderte. Ihr Grundstück stand bei stärkeren Regenfällen regelmäßig unter Wasser. Durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserabflusses und des Wasserrückhalts konnte die Situation erfolgreich behoben werden. Seither blieb ihr Grundstück von weiteren Überflutungen verschont.
Ihr Erfahrungsbericht machte deutlich, dass innovative Ansätze auch im Alltag der Bevölkerung einen konkreten Mehrwert schaffen können.
Bedeutung für das Pielachtal
Für die KLAR! Pielachtal ist der natürliche Wasserrückhalt ein wesentliches Zukunftsthema. Die zunehmenden Herausforderungen durch Starkregen, Hochwasser und längere Trockenperioden machen es notwendig, den Wasserhaushalt der Landschaft nachhaltig zu stärken.
Gerade im Pielachtal, das vom Hochwasser im September 2024 stark betroffen war, kommt naturbasierten Lösungen eine besondere Bedeutung zu. Die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, praktischen Erfahrungen und kommunaler Zusammenarbeit bietet Chancen, die Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Die anschließende Diskussion und der persönliche Austausch mit den Fachleuten rundeten den Abend ab. Die Veranstaltung zeigte, wie groß das Interesse an neuen Lösungsansätzen ist und wie wichtig die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Parteigrenzen hinweg für eine klimaresiliente Zukunft ist.
Quelle: https://www.hofstetten-gruenau.gv.at/Gruener_Hochwasserschutz_1
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