Hohenau setzt auf grenzüberschreitende Gelsenbekämpfung
Die Marktgemeinde Hohenau an der March arbeitet mit slowakischen Nachbargemeinden zusammen, um Gelsen biologisch zu regulieren. Zwei neue Interreg-Projekte wurden bewilligt, eine kostenlose App soll bei der Überwachung helfen.
Weil es heuer noch kein Hochwasser gegeben hat, blieb Hohenau an der March bisher von Überschwemmungsgelsen verschont. Die Gelsenwehren der Gemeinde kontrollieren dennoch regelmäßig bekannte Brutstellen wie Absatzbecken und den Kellerberg, um Hausgelsen vorzubeugen. Der Schwerpunkt der Arbeit lag zuletzt jedoch auf administrativen und strategischen Aufgaben.
Bescheid läuft Ende 2026 aus
Die Gemeinde hat einen Antrag auf Wiederverleihung der Bewilligung zur biologischen Gelsenregulierung gestellt. Der aktuelle Bescheid aus dem Jahr 2017 erlaubt das Ausbringen von BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) bis Ende 2026. Um die Maßnahmen fortsetzen zu können, wurde der Antrag rechtzeitig bei der Behörde eingereicht.
Slowakische Gemeinden werden unterstützt
Bereits zwischen 2020 und 2023 arbeitete Hohenau über ein Interreg-Projekt mit der Slowakei zusammen. Damals wurden unter anderem eine App zur Erfassung von Brutstellen gemeinsam mit der Stadt Bratislava entwickelt und finanziert.
Kleinere Gemeinden nördlich von Bratislava, die unmittelbaren Nachbarn von Hohenau, blieben damals jedoch außen vor. Ein neues Interreg-Projekt, das im Juni bewilligt wurde, soll das ändern. Ziel ist es, dass die slowakischen Gemeinden die gleichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gelsenregulierung schaffen wie auf österreichischer Seite.
Die Zusammenarbeit sei notwendig, weil es oft Probleme gegeben habe, wenn auf österreichischer Seite gegen Gelsen vorgegangen wurde, jenseits der March aber nichts unternommen wurde, heißt es aus der Gemeinde.
Drohnen gegen Gelsenlarven
In einem weiteren Interreg-Projekt ist Hohenau strategisch unterstützender Partner. Dabei bringt die Gemeinde ihre Erfahrungen in die Analyse grenzüberschreitender Einflussfaktoren auf das Katastrophenrisiko ein. Für verschiedene Szenarien wie Hochwasser oder Waldbrand sollen Abwehrstrategien entwickelt werden.
Über dieses Projekt sollen auch Drohnen angeschafft werden. Feuerwehrleute werden zu Piloten ausgebildet und können dann auch für den Einsatz aus der Luft gegen Gelsenlarven zur Verfügung stehen.
App zur Artbestimmung verfügbar
Mit der kostenlosen App Mosquito Alert können Gelsen wie die Tigermücke oder Hausgelsen mittels Foto zur Artbestimmung hochgeladen werden. Die Meldungen seien wichtig, weil eingeschleppte Arten immer mehr an Bedeutung gewinnen, heißt es. Über die App ist auch eine Verbreitungskarte einsehbar.
Quelle: https://www.hohenau.at/Grenzueberschreitende_Gelsenprojekte
Worüber spricht Hohenau an der March morgen?
Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.