Holzbranche klagt über schwache Nachfrage und hohe Kosten

Anlässlich des „Internationalen Holztags“ am Freitag warnen Vertreter der Sägeindustrie und des Holzhandels vor einer angespannten Lage. Schwache Nachfrage, steigende Kosten und zunehmende Regulierung belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Die österreichische Holzbranche steht unter Druck. Anlässlich des „Internationalen Holztags“, der heuer erneut die internationale Holzmesse in Klagenfurt begleitet, äußerten Branchenvertreter am Freitag ihre Sorgen. Markus Schmölzer, Vorsitzender der Sägeindustrie in Österreich, verwies auf die belastende Kombination aus schwacher Nachfrage, hohen Kosten und zunehmender Regulierungsdichte. Diese Faktoren würden die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beeinträchtigen. Obwohl die Branche robust aufgestellt sei, zeige sich die Ertragslage angespannt.
Holzhandel leidet unter Baukonjunktur und Konflikten
Auch der Holzhandel kämpft mit ähnlichen Problemen. Die schwache Baukonjunktur und die Folgen internationaler Konflikte machen sich bemerkbar. Franz Teuschler, Vorsitzender des österreichischen Holzhandels, berichtete von einer positiven Entwicklung im Rundholzhandel, während die Nachfrage nach verarbeitetem Holz für den Bau niedrig bleibe.
Während sich die Exporte 2025 noch positiv entwickelt hätten, werden für das laufende Jahr geringere Umsätze und Margen erwartet. Mit der militärischen Eskalation am Persischen Golf sei die Nachfrage eingebrochen, gleichzeitig seien die Frachtkosten massiv gestiegen. Die Holzbranche fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum, Impulse für den Bau sowie Bürokratieabbau.
Holzwirtschaft als Klimaschützer
Die Branche betont ihre Rolle im Klimaschutz. Holznutzung und aktive Waldbewirtschaftung leisteten einen wichtigen Beitrag. „Wir müssen den Kohlenstoffspeicher Wald und die Holzverwendung gemeinsam betrachten“, erklärte Schmölzer. Wenn Holz nachhaltig genutzt und daraus langlebige Produkte hergestellt würden, verlängere sich die Speicherung des Kohlenstoffs. Gleichzeitig schaffe man im Wald Platz für eine neue Baumgeneration, die wieder CO2 aufnehme. Verjüngung mache Baumbestände robuster gegen die Auswirkungen des Klimawandels.
Zur österreichischen Sägeindustrie zählen mehr als 1.000 Betriebe mit rund 10.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, darunter große Weltmarktführer sowie viele kleine und mittelständische Unternehmen. 2025 wurde ein Produktionswert von 3,1 Milliarden Euro generiert. Im Bereich Holzhandel zählt die Wirtschaftskammer in Österreich rund 5.000 Mitgliedsbetriebe.
Quelle: APA
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