Humanoide Roboter könnten Fertigung revolutionieren

Bei einem KI-Kongress in Graz mit 300 Teilnehmenden wurden die Möglichkeiten menschenähnlicher Roboter diskutiert. Innerhalb der nächsten fünf Jahre könnten diese zahlreiche körperliche Arbeiten in Logistik und Produktion übernehmen, so der ORF.
Ein Video über die Fähigkeiten humanoider Roboter sorgte am Montag beim Grazer KI-Kongress für Aufsehen. Sebastian Schlund vom Fraunhofer Institut Österreich erklärte, derzeit gehe es darum, Produktentwicklung und Abläufe zu beschleunigen. Die nächste Entwicklungsstufe sei die sogenannte physical AI – künstliche Intelligenz, die in Drohnen, Robotern oder Fahrzeugen integriert wird.
„Wir sehen heute schon, dass humanoide Roboter gut funktionieren können und ich denke mal, über die nächsten fünf Jahre hat dies das Potenzial, viele physische Tätigkeiten zu übernehmen in der Logistik, in der Fertigung und vielleicht auch in der Montage“, sagte Schlund.
Auswirkungen auf Automobilstandort Graz
Graz als bedeutender Fertigungsstandort in der Automobilindustrie – etwa mit Magna Steyr – könnte von dieser Entwicklung stark betroffen sein. Dass Fließbandarbeit ein Ablaufdatum habe, glaubt Schlund jedoch nicht. Arbeit werde sich verändern, wie sie sich bereits in den vergangenen 150 Jahren seit Beginn der Industrialisierung gewandelt habe.
Auch Magna werde von diesen Veränderungen betroffen sein, die Tätigkeiten im Unternehmen würden sich wandeln. Das Unternehmen sei bereits innovativ und integriere KI in verschiedene Arbeitsbereiche. Für die Beschäftigten dort würden sich die Tätigkeiten ändern und ändern müssen, so Schlund.
Ausverkaufter Kongress zeigt hohes Interesse
Das Thema scheint einen Nerv zu treffen: Der Grazer KI-Kongress ist ausverkauft. Veranstalter Harald Koch berichtet von 300 Teilnehmenden. Man sei völlig überrascht, dass die Veranstaltung ausgebucht sei. Sehr viele seien wirklich interessiert daran, wo und wie KI konkret eingesetzt werden könne, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
Laut Wirtschaftskammerdirektor Karl-Heinz Dernoscheg gehe es aber nicht nur um Wettbewerbsvorteile. Es gebe eine dynamische Entwicklung in einer Geschwindigkeit, wie es noch nie eine technologische Revolution gegeben habe. Es sei nicht mehr die Frage, ob man Vorreiter sein oder später einsteigen wolle. „Das geht so schnell: Entweder bin ich auf dem Zug, oder ich stehe draußen“, so Dernoscheg.
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