Hunderte Schweine verhungert: Grüne fordern Kontrollen

Mathias FischerMathias Fischer
Systemfehler und Kontrollverlust: Schwein und Hand ragen aus Löchern in einem Netz, Lupe zeigt Warnsignal
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach dem Fund hunderter verhungerter Schweine in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten fordert der Grüne Tierschutzsprecher im niederösterreichischen Landtag ein engmaschiges Frühwarnsystem. Neben besseren Kontrollen brauche es auch psychologische Betreuung für Landwirte in Krisensituationen.

Im Bezirk Amstetten sind auf einem Mastbetrieb hunderte Schweine qualvoll verhungert. Der Fall erschüttert nicht nur wegen des massiven Tierleids, sondern auch wegen der menschlichen Tragödie dahinter: Ein Landwirt befand sich in einer schweren psychischen Ausnahmesituation und blieb mit der Überforderung allein.

Dominic Hörlezeder, Tierschutzsprecher der Grünen im niederösterreichischen Landtag, sieht in dem Vorfall gravierende Lücken im System. „Es bricht einem das Herz, wenn man sich vor Augen führt, welches Leid die Tiere über Wochen hinweg in ihren Ställen ertragen mussten“, so Hörlezeder. Gleichzeitig stelle sich die Frage, wie ein Mensch derart in die Überforderung abrutschen könne, ohne dass es jemand bemerke.

Monatelanges Drama blieb unentdeckt

Dass das Drama monatelang unentdeckt blieb, sei ein Warnsignal, das das Land Niederösterreich nicht ignorieren dürfe, betont der Grüne Politiker. Statt Schuldzuweisungen brauche es nun Strukturen, die solche Fälle künftig verhindern. „Es braucht ein funktionierendes, engmaschiges Frühwarnsystem – zum Schutz der Tiere und zum Schutz der Landwirtinnen und Landwirte“, fordert Hörlezeder.

Forderung nach besseren Kontrollen

Der Tierschutzsprecher verlangt rasche Schritte auf zwei Ebenen. Zum einen müssten die Kontrollmechanismen deutlich aufgestockt und verbessert werden. Regelmäßige Überprüfungen durch geschultes Personal seien nötig, das nicht nur formale Checklisten abhake, sondern auch ein Auge für das Tierwohl und den tatsächlichen Zustand der Betriebe habe. Nur so könnten Missstände erkannt werden, bevor sie in einer Katastrophe enden.

Psychologische Betreuung für Landwirte gefordert

Zum anderen nimmt Hörlezeder die landwirtschaftlichen Vertretungen in die Pflicht. „Ein Landwirt in Not darf nicht durchs System fallen“, erklärt er. Bei der Landwirtschaftskammer seien dringend niederschwellige Anlaufstellen für psychologische Betreuung und Krisenintervention nötig. Wer überfordert sei, müsse Hilfe anfordern können, ohne Stigmatisierung befürchten zu müssen.

Abschließend appelliert der Grüne Politiker an die zuständigen Stellen für Landwirtschaft und Tierschutz der niederösterreichischen Landesregierung, bestehende Abläufe kritisch zu hinterfragen. „Prävention muss Vorrang haben. Nur wenn wir Hinschauen statt Wegsehen als oberstes Prinzip etablieren, können wir Mensch und Tier in Zukunft vor solchen Dramen bewahren“, so Hörlezeder.

Quelle: OTS

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