Hypo NÖ verzeichnet Gewinnrückgang im ersten Halbjahr

Die Hypo Niederösterreich hat in den ersten sechs Monaten 2026 einen Nettogewinn von knapp 18 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch rund 20 Millionen Euro gewesen.
Die Hypo Niederösterreich schloss das erste Halbjahr 2026 mit einem Nettogewinn von knapp 18 Millionen Euro ab. Im Vorjahreszeitraum hatte das Ergebnis noch bei rund 20 Millionen Euro gelegen. Der Periodenüberschuss vor Steuern sank von 25 auf 22,4 Millionen Euro.
Wolfgang Viehauser, Vorstandssprecher der Landesbank, äußerte sich „sehr zufrieden“ mit dem Geschäftsverlauf. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, schwacher Konjunktur und zunehmendem Spardruck der öffentlichen Hand sei ein „solides Ergebnis“ erzielt worden. Besonders positiv entwickelte sich die Vergabe von Wohnbaukrediten.
Bankenabgabe belastet Ergebnis
Das operative Geschäft habe sich sehr gut entwickelt, so Viehauser. Der Rückgang beim Gewinn sei auf einen Sondereffekt durch eine Rücklagenauflösung im Vorjahr zurückzuführen. Zusätzlich belaste die erhöhte Bankenabgabe das Ergebnis, erklärte der Vorstandssprecher gegenüber der APA. Diese sei von 2,4 Millionen Euro im Jahr 2024 auf elf Millionen Euro heuer gestiegen.
Insgesamt vergab die Bank rund 700 Millionen Euro an neuen Krediten. Bei der Finanzierung von Wohnraum gab es ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Zinsüberschuss ging per 30. Juni 2026 von 82,2 auf 80,8 Millionen Euro zurück. Das Provisionsergebnis stieg – vor allem durch das Wertpapiergeschäft – um 9,6 auf 12,2 Millionen Euro. Die Quote notleidender Kredite sank von 2,96 auf 2,84 Prozent.
Öffentliche Hand schiebt Projekte hinaus
Der Spardruck der öffentlichen Hand sei „spürbar“, Projekte würden nach hinten geschoben, sagte Viehauser. Neben Wohnbaukrediten an Private vergibt die Hypo NÖ vor allem Finanzierungen für öffentliche und soziale Infrastruktur sowie für Wohnbau im genossenschaftlichen und gewerblichen Bereich.
Die Finanzierung von Vorhaben mit gesellschaftlichem Mehrwert bleibe ein Schwerpunkt der Bank. Als Beispiel nannte Viehauser den Bildungscampus Nordwestbahnhof in Wien mit Gesamtinvestitionskosten von rund 90 Millionen Euro. Das Projekt wird im Rahmen eines Public Private Partnerships gemeinsam mit Strabag Real Estate und Caverion umgesetzt und soll ab 2028/29 Platz für rund 1.600 Kinder bieten.
Optimistischer Ausblick trotz Herausforderungen
Für das zweite Halbjahr zeigte sich Viehauser „durchaus optimistisch“. Trotz eines herausfordernden Umfelds werde eine stabile Entwicklung erwartet. Die große Frage sei, ob es zu einer weiteren Leitzinserhöhung komme.
Die Hypo NÖ steht zu 100 Prozent im Eigentum des Landes Niederösterreich. Die Zahl der Beschäftigten sank von 623 auf 605 Mitarbeiter. Die Anzahl der Filialen blieb mit 26 unverändert. Das 1888 gegründete Geldinstitut ist die älteste und größte Landesbank Österreichs.
Quelle: APA
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