IMC-Absolvent gründet eigenes Data-Science-Unternehmen

Mathias FischerMathias Fischer
Junger Mann lächelt in der Natur vor einer Ruine in Österreich
© Anna Sebjanic/ANNAagentur

Daniel Netzl hat am IMC Krems Informatics studiert und arbeitet heute als Data Scientist. Mit Netzl Data Solutions unterstützt er Organisationen bei Datenanalyse und Automatisierung. Technologie soll für ihn konkrete Probleme lösen, nicht Selbstzweck sein.

Daniel Netzl schloss den Bachelor-Studiengang Informatics am IMC Krems ab und ist heute als Data Scientist tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf Künstlicher Intelligenz. Mit seinem Unternehmen Netzl Data Solutions bietet er Organisationen Unterstützung bei Datenanalyse, Automatisierung und individuellen Softwarelösungen an. Sein Ansatz: Technologie als Werkzeug verstehen, das konkrete Probleme löst und Menschen entlastet.

„Wer die Grundlagen versteht, kann KI sinnvoll nutzen und ihre Ergebnisse kritisch beurteilen. Genau deshalb wird eine fundierte Informatikausbildung aus meiner Sicht noch wichtiger“, sagt Netzl.

Vom Studium in die Praxis

Das Informatics-Studium am IMC Krems bildete die Basis für seinen beruflichen Werdegang. Besonders prägend war die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung. Nach dem Bachelor absolvierte Netzl ein Master-Studium in Artificial Intelligence an der Johannes Kepler Universität Linz und spezialisierte sich auf Data Science und datenbasierte Systeme.

In seiner hauptberuflichen Tätigkeit entwickelt und analysiert er Lösungen, die aus Daten verwertbare Informationen generieren und komplexe Prozesse verständlicher machen.

Eigenes Unternehmen für regionale Organisationen

Parallel zu seiner Anstellung gründete Netzl Netzl Data Solutions. Damit will er vor allem kleinen und mittleren Unternehmen sowie regionalen Organisationen den Zugang zu professionellen Daten- und Softwarelösungen ermöglichen. Der Fokus liegt nicht auf möglichst komplexen KI-Systemen, sondern auf Lösungen, die im Alltag tatsächlich weiterhelfen.

Gleichzeitig setzt er sich kritisch mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz auseinander. Der Nutzen dürfe nicht nur an Produktivität und Kosteneinsparungen gemessen werden. Auch gesellschaftliche Verantwortung, langfristige Auswirkungen und ökologische Folgen müssten berücksichtigt werden.

Als Tutor am IMC Krems

Nach seinem Studium blieb Netzl dem IMC Krems verbunden. Als Python-Tutor unterstützte er Studierende beim Einstieg in die Programmierung und half ihnen, komplexe Inhalte schrittweise zu verstehen.

Dabei lernte er selbst, wie wichtig es ist, technisches Wissen verständlich zu erklären. In der Informatik reiche es nicht aus, eine Lösung selbst zu verstehen. Man müsse sie auch anderen vermitteln und gemeinsam weiterentwickeln können.

KI wird zum normalen Bestandteil

Auf die Frage, wie KI die Informatikbranche in den nächsten fünf bis zehn Jahren verändern wird, antwortet Netzl: KI werde vermutlich immer weniger als eigener, abgegrenzter Bereich wahrgenommen werden. Sie werde zu einem normalen Bestandteil vieler Softwareprodukte und Arbeitsabläufe. Programmierung, Datenanalyse, Dokumentation und Recherche könnten bereits heute stark durch KI unterstützt werden. Diese Entwicklung werde weitergehen.

Informatikerinnen und Informatiker würden dadurch aber nicht überflüssig. Ihre Aufgaben würden sich verändern. Es werde wichtiger, die richtigen Probleme zu formulieren, Systeme und Daten wirklich zu verstehen, Ergebnisse kritisch zu überprüfen und Verantwortung für die eingesetzten Lösungen zu übernehmen.

Er hoffe außerdem, dass KI nicht nur danach beurteilt werde, wie viel Zeit oder Geld sie spare. Auch ihre gesellschaftlichen und ökologischen Folgen sollten berücksichtigt werden.

Grundlagen wichtiger als einzelne Werkzeuge

Ein Informatics-Studium bestehe nicht nur daraus, Programmiersprachen oder bestimmte Werkzeuge zu lernen. Diese könnten sich sehr schnell verändern. Viel wichtiger seien die Grundlagen: Wie funktionieren Algorithmen, Datenbanken, Softwarearchitekturen und Netzwerke? Wie bewertet man Daten? Wie erkennt man Fehler und Sicherheitsrisiken?

KI könne Code erzeugen oder Lösungsvorschläge liefern. Sie könne aber nicht garantieren, dass diese korrekt, sicher oder für das eigentliche Problem geeignet seien.

Neugier und Kommunikationsfähigkeit gefragt

Neben soliden technischen Grundlagen hält Netzl Neugier, Lernbereitschaft und eine gewisse Frustrationstoleranz für besonders wichtig. Niemand könne jedes Framework und jedes neue Werkzeug beherrschen. Entscheidend sei, dass man sich selbstständig in neue Themen einarbeiten könne.

Ebenso wichtig sei Kommunikation. Informatikerinnen und Informatiker müssten technische Zusammenhänge auch Menschen erklären können, die keinen technischen Hintergrund haben. Darüber hinaus brauche es einen kritischen Blick: Nur weil eine technische Lösung möglich sei, müsse sie noch lange nicht sinnvoll sein.

Ausgleich im Garten und beim Kochen

Einen guten Ausgleich findet Netzl vor allem draußen und bei Tätigkeiten, bei denen am Ende etwas Greifbares entsteht. Er beschäftigt sich gerne mit seinem Garten und damit, wie man auch auf einer kleinen Fläche einen naturnahen Lebensraum schaffen kann.

Außerdem kocht er gerne, liest viel zu gesellschaftlichen und ökologischen Themen und verbringt Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden. Gerade nach einem Tag vor dem Bildschirm helfe es ihm, sich mit etwas zu beschäftigen, das langsamer und unmittelbarer sei.

Quelle: https://www.imc.ac.at/ueber-uns/medien-presse/news/detail/daten-verstehen-technologie-sinnvoll-einsetzen

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