IMC-Absolventin leitet Infrastrukturunternehmen in England

Julia Stichling hat sich von Krems aus eine internationale Führungskarriere aufgebaut. Die Absolventin der IMC Fachhochschule arbeitet heute als Managing Director in Großbritannien – und begann ihre Netzwerk-Strategie einst für ein paar Extrapunkte im Studium.
Über Österreich, Brasilien und Spanien führte der Weg von Julia Stichling nach Großbritannien. Dort ist die Absolventin der IMC Fachhochschule Krems heute in der Versorgungs- und Infrastrukturbranche als Führungskraft tätig. Aktuell arbeitet sie als Managing Director bei IWJS Holdings Ltd, einem Unternehmen der Severn Trent plc Gruppe.
Ihre Karriere begann mit einer unscheinbaren Aufgabe: Während des Bachelor-Studiums Export-oriented Management sollte sie ein LinkedIn-Profil anlegen – für ein paar Extrapunkte in einer Lehrveranstaltung. „Damals hatte ich keine Vorstellung davon, welche Rolle LinkedIn, Sichtbarkeit und Networking eines Tages für meine Karriere spielen würden“, erinnert sie sich. Mehr als zehn Jahre nach ihrem Abschluss 2013 ist die Plattform längst zum beruflichen Türöffner geworden.
Vier Länder, zahlreiche Führungspositionen
Bereits während des Studiums sammelte Stichling praktische Erfahrung in Brasilien und Österreich, unter anderem in Human Resources und Organisationsentwicklung. Nach dem Master-Studium arbeitete sie bei der Hawle Austria Group in Vertrieb, Marketing, Strategie und Business Development. Ein Einsatz in Madrid brachte ihr internationale Perspektiven – sie betreute dort Kunden direkt in deren Landessprache.
Mit Ende zwanzig übernahm sie bereits die Position der Managing Director bei R2M. Zu ihren Aufgaben zählten Akquisitionsprojekte, Post-Merger-Integrationen und unternehmensweite Transformationsprozesse. Zuletzt wechselte sie in ihre aktuelle Rolle in England, wo sie Unternehmenswachstum, digitale Transformation und Teamaufbau vorantreibt.
Engagement für Frauen in technischen Branchen
Neben ihrer Führungstätigkeit engagiert sich Stichling im Women's Utilities Network und im Institute of Water. Über Mentoringprogramme und Branchenveranstaltungen setzt sie sich für Chancengleichheit und die Förderung von Frauen ein. Ihr liegt das Thema besonders am Herzen, weil sie selbst ohne technischen Hintergrund in einer stark technisch geprägten Branche Karriere gemacht hat.
„Schließt euch nicht selbst aus, nur weil ihr keinen technischen Hintergrund habt oder nicht dem klassischen Bild der Branche entspricht“, rät sie jungen Frauen. Neugierde, Lernbereitschaft und unterschiedliche Perspektiven seien mindestens ebenso wichtig wie technisches Fachwissen. In ihrem Unternehmen liege die Geschlechterverteilung bereits bei 50 zu 50.
Sichtbarkeit als Erfolgsfaktor
Rückblickend hebt Stichling hervor, dass beruflicher Erfolg nicht nur auf Leistung basiert. Ebenso entscheidend seien Beziehungen, Netzwerke und die Sichtbarkeit der eigenen Ziele. Statt auf Chancen zu warten, solle man diese aktiv mitgestalten und entschlossen nutzen.
Ihr Rat an Studierende: „Habt einen Plan für eure Karriere, aber habt keine Angst davor, davon abzuweichen.“ Viele der besten Chancen seien ursprünglich nicht Teil ihres Plans gewesen. Wichtig sei, klar zu formulieren, was man erreichen möchte, und diese Ziele mit anderen zu teilen. „Man muss allerdings auch bereit sein, hindurchzugehen und Verantwortung zu übernehmen.“
Heute begeistert sich die Managing Director besonders für Organisationsentwicklung, Transformationsprozesse und die Stärkung von Frauen in technischen Branchen. Karrieren verliefen selten geradlinig – oft sei man zu deutlich mehr fähig, als man selbst glaube.
Quelle: https://www.imc.ac.at/ueber-uns/medien-presse/news/detail/vom-hoersaal-in-die-fuehrungsetage
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