IMC Krems präsentiert Tourismusprojekt in St. Gallen

Mathias FischerMathias Fischer
Alice Hammer, Teilnehmerin am AIEST-Kongress in Österreich, steht vor einem Banner.
© IMC Krems

Eine Professorin des IMC Krems hat bei einer internationalen Konferenz in der Schweiz ein Projekt zur Tourismusentwicklung in Mosambik vorgestellt. Im Zentrum steht die Frage, wie Hochschulbildung ländliche Regionen stärken kann.

Prof. (FH) Dr. Alice Wanner vom IMC Krems hat das Projekt CAST Mosambik bei der 75. AIEST Conference in St. Gallen einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Sie stellte dar, wie akademische Ausbildung lokale Gemeinden unterstützen und zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Tourismus beitragen kann.

Jubiläumskonferenz in der Schweiz

Von 23. bis 26. August 2026 fand die Konferenz der International Association of Scientific Experts in Tourism (AIEST) in St. Gallen statt. Die Jubiläumsveranstaltung wurde an jenem Ort abgehalten, an dem die Vereinigung vor 75 Jahren gegründet worden war. Internationale Fachleute aus Tourismusforschung und -praxis kamen zusammen.

Alice Wanner vertrat das IMC Krems mit dem Vortrag „Bridging the Gap: Boosting Sustainable Rural Tourism Through Higher Education in Mozambique“. Die zentrale Fragestellung lautete, wie Hochschulbildung gezielt eingesetzt werden kann, um Potenziale ländlicher Regionen zu erschließen und eine nachhaltigere sowie inklusivere Tourismusentwicklung zu fördern.

Tourismus konzentriert sich auf Küstenregionen

In Mosambik konzentriert sich der Tourismus bislang hauptsächlich auf die Küstenregionen. Die ländlichen Gebiete verfügen über großes kulturelles und natürliches Potenzial, das touristisch noch wenig genutzt wird. Begrenzte spezialisierte Hochschulangebote und eine unzureichende Verbindung zwischen akademischen Institutionen, Tourismuswirtschaft und ländlichen Gemeinden erschweren die lokale Beteiligung an der Tourismusentwicklung.

Das Projekt CAST Mozambique verbindet Hochschulbildung mit den praktischen Lebensrealitäten und dem Wissen ländlicher Gemeinden. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem IMC Krems und der Universidade Eduardo Mondlane mit ihrer Escola Superior de Hotelaria e Turismo de Inhambane werden neue Lehrveranstaltungen sowie ein Masterstudiengang in Sustainable Rural Tourism entwickelt.

Studierende, Lehrende und lokale Akteure sollen dadurch jene Kompetenzen erwerben, die sie benötigen, um gemeinsam nachhaltige Tourismusangebote und passende digitale Vermarktungsstrategien zu entwickeln.

Vier-Säulen-Modell für Kompetenzaufbau

Das bei der Konferenz vorgestellte Modell basiert auf vier miteinander verbundenen Säulen: einer umfassenden Bedarfsanalyse, einem Train-the-Trainer-Ansatz, didaktischer Innovation und der aktiven Einbindung ländlicher Akteure.

Die Bedarfsanalyse erfasst vorhandene Kompetenzen der Lehrenden und Studierenden und gleicht diese mit den Anforderungen der Hochschulbildung, des Arbeitsmarktes und der ländlichen Gemeinden ab. Durch Train-the-Trainer-Maßnahmen werden die Lehr-, Forschungs- und Verwaltungskompetenzen der Universitätsmitarbeitenden in Mosambik gestärkt. Innovative Lehrmethoden verbinden akademische Inhalte mit konkreten Herausforderungen des nachhaltigen ländlichen Tourismus.

Eine besondere Bedeutung hat die Einbindung der lokalen Bevölkerung: Die Lehre geht über den Hörsaal hinaus. Durch Erfahrungen im Feld erhalten Studierende einen praxisnahen Einblick in die Lebensrealitäten ländlicher Regionen. Ländliche Gemeinden und Produzenten werden nicht nur als Zielgruppen betrachtet, sondern aktiv an der Entwicklung der Lehrinhalte, an praxisorientierten Lernaktivitäten und an der Tourismusplanung beteiligt.

Partnerschaftlicher Ansatz im Fokus

Die Präsentation bei der AIEST Conference bot die Möglichkeit, den Ansatz mit internationalen Tourismusexperten zu diskutieren, fachliches Feedback einzuholen und die Sichtbarkeit des Projekts innerhalb der internationalen Tourismusforschung zu erhöhen.

Der Konferenzbeitrag wurde gemeinsam von Claudia Dolezal, Hélsio Azevedo, Daniel Zacarias, Sónia Cossa und Alice Wanner erarbeitet. Der wechselseitige Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Österreich und Mosambik bildet eine wesentliche Grundlage für die nachhaltige Wirkung der Zusammenarbeit.

Langfristig soll CAST Mosambik dazu beitragen, lokale Eigenverantwortung zu stärken, neue Einkommensmöglichkeiten in ländlichen Regionen zu schaffen und eine ausgewogenere Tourismusentwicklung abseits der Küstenregionen zu fördern.

CAST Mosambik ist ein APPEAR Academic Partnership Project und wird im Rahmen des von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanzierten und vom OeAD umgesetzten APPEAR-Programms unterstützt.

Quelle: https://www.imc.ac.at/ueber-uns/medien-presse/news/detail/cast-mosambik-praesentiert-internationalen-ansatz-fuer-nachhaltigen-laendlichen-tourismus

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