Imerys steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2026

Der französische Mineralstoffkonzern Imerys hat im ersten Halbjahr 2026 ein solides Ergebnis erzielt. Der Umsatz stieg auf 1,74 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA kletterte um zehn Prozent auf 290 Millionen Euro.
Imerys verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 Erlöse von 1,74 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,8 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das Verkaufsvolumen legte um 0,5 Prozent zu, obwohl die Nachfrage in einigen Endmärkten gedämpft blieb.
Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 906 Millionen Euro, ein Anstieg um 2,9 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch bei 0,7 Prozent gelegen.
EBITDA-Marge auf 16,6 Prozent verbessert
Das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr belief sich auf 290 Millionen Euro, was einem Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu konstanten Wechselkursen entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 16,6 Prozent und verbesserte sich damit um 0,6 Prozentpunkte.
Im zweiten Quartal allein lag das EBITDA bei 172 Millionen Euro, ein Plus von 14,5 Prozent im Jahresvergleich zu konstanten Wechselkursen. Dies entsprach 19 Prozent vom Umsatz.
Der operative Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg auf 109 Millionen Euro, verglichen mit 44 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zurückzuführen ist dies auf geringere Investitionsausgaben und striktes Management des Betriebskapitals.
Jahresziel zwischen 550 und 580 Millionen Euro
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Imerys ein bereinigtes EBITDA zwischen 550 und 580 Millionen Euro an. Diese Prognose setzt voraus, dass sich das aktuelle wirtschaftliche Umfeld nicht wesentlich verschlechtert.
„Imerys hat eine solide Leistung im ersten Halbjahr erzielt, mit verbesserter Umsatzdynamik und einem deutlichen Anstieg bei bereinigtem EBITDA und Marge“, erklärte Alessandro Dazza, Chief Executive Officer von Imerys. Die Ergebnisse bestätigten den Wert der Investitionen der vergangenen Jahre in Produktionskapazitäten, Innovation und Produktivität.
Horizon-Projekt auf Kurs
Das Kosten- und Leistungsverbesserungsprogramm Horizon kommt planmäßig voran. Bis zum 30. Juni 2026 wurden bereits Einsparungen von 17 Millionen Euro realisiert. Das Unternehmen liegt damit auf Kurs, mehr als 50 Prozent der erwarteten Vorteile von 50 bis 60 Millionen Euro gegenüber der Kostenbasis 2025 im Jahr 2026 zu erreichen. Die volle Wirkung soll ab 2027 eintreten. Für das Projekt wurden bis Ende Juni Restrukturierungskosten von 30 Millionen Euro verbucht.
Übernahmen in den USA und Brasilien abgeschlossen
Am 1. Juni 2026 schloss Imerys die Übernahme von Great Lakes Minerals ab, einem führenden US-amerikanischen Verarbeiter und Vertreiber von Mineralien für die Feuerfest- und Schleifmittelindustrie. Die Akquisition stärkt das Portfolio mit kritischen Materialien wie kalziniertem Bauxit, Mullit und geschmolzenem Aluminiumoxid. Das Unternehmen erwartet nach der Integration einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Dollar (68,3 Mio. Euro) aus diesem Geschäft.
Die Übernahme von SB Mineraçao, einem brasilianischen Hersteller von gemahlenem Calciumcarbonat, wurde am 1. Juli 2026 finalisiert. Das in Cachoeiro de Itapemirim im Bundesstaat Espírito Santo ansässige Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Dollar (25,6 Mio. Euro). Die Akquisition soll die Präsenz von Imerys in Lateinamerika verstärken.
Energierückgewinnungsanlage in Belgien eingeweiht
Am 2. Juli 2026 weihten E.ON Power Plants Belgium und Imerys Graphite & Carbon eine Energierückgewinnungsanlage am Produktionsstandort von Imerys in Willebroek, Belgien, ein. Die von E.ON gebaute, betriebene und im Eigentum stehende Anlage wandelt industrielles Synthesegas mit hohen Konzentrationen an Wasserstoff und Kohlenmonoxid mittels einer Hochleistungs-Dampfturbine in Elektrizität um.
Mit einer installierten Leistung von bis zu 29 Megawatt versorgt die Anlage den gesamten Imerys-Standort und speist überschüssigen Strom ins belgische Netz ein. Dies entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 40.000 Haushalten.
Entwicklung nach Geschäftsbereichen
Der Bereich Performance Minerals erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,034 Milliarden Euro. In Amerika wuchs der Umsatz um 2,5 Prozent zu konstanten Wechselkursen auf 418 Millionen Euro. In Europa, Nahost, Afrika und Asien-Pazifik lag der Umsatz mit 659 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Das bereinigte EBITDA stieg um 8,1 Prozent zu konstanten Wechselkursen.
Der Bereich Solutions for Refractory, Abrasives and Construction erwirtschaftete 571 Millionen Euro, ein Plus von 1,6 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das Verkaufsvolumen legte um 1,7 Prozent zu. Das bereinigte EBITDA kletterte um 11,5 Prozent zu konstanten Wechselkursen.
Das Geschäft Solutions for Energy Transition (Graphit und Kohlenstoff) steigerte den Umsatz um 13,6 Prozent zu konstanten Wechselkursen auf 137 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA wuchs um 16,4 Prozent zu konstanten Wechselkursen.
Das Joint Venture The Quartz Corporation, zu 50 Prozent im Besitz von Imerys, erzielte einen Umsatz von 86 Millionen Euro (auf 100-Prozent-Basis), ein Anstieg um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Finanzielle Kennzahlen
Der laufende Nettogewinn (Konzernanteil) belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 66 Millionen Euro. Das laufende Finanzergebnis war mit 46 Millionen Euro negativ. Der Nettogewinn (Konzernanteil) betrug 49 Millionen Euro, verglichen mit 70 Millionen Euro im Vorjahr.
Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 30. Juni 2026 auf 1,468 Milliarden Euro, ein Anstieg um 77 Millionen Euro gegenüber dem 31. Dezember 2025. Das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu bereinigtem EBITDA lag bei 2,6, nahezu unverändert zum Jahresende 2025 (2,5).
Imerys ist nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von mineralbasierten Speziallösungen für die Industrie mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und 12.300 Mitarbeitern in 40 Ländern im Jahr 2025. Das Unternehmen ist an der Euronext Paris notiert.
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