Inklusion im historischen Vergleich: Tagung in Innsbruck

Mona HopfingerMona Hopfinger
Europa-Karte mit Puzzleteilen, Schriftrolle, Buch und Gerichtssaal
© Mit KI (Gemini) generiert

An der Universität Innsbruck diskutierten Forschende aus vier Ländern über Inklusion aus historischer und transnationaler Sicht. Die Tagung fand Mitte Oktober statt und wurde durch eine Ausstellung zur Operation Shamrock begleitet.

Mitte Oktober trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz an der Universität Innsbruck, um Inklusion in historischer und transnationaler Perspektive zu beleuchten. Die zweitägige Veranstaltung trug den Titel „Vor- und Rückwärts in der Inklusion. Transnationale und historische Perspektiven“ und fand vom 16. bis 17. Oktober 2026 statt.

Michaela Vogt von der Universität Bielefeld eröffnete die Tagung mit einem Vortrag zu historischen und transnationalen Zugängen zum Thema. In den folgenden Beiträgen wurden unterschiedliche Aspekte von Exklusion, Behinderung und gesellschaftlicher Teilhabe behandelt.

Breites Themenspektrum

Die insgesamt 15 Vorträge umfassten Reformprozesse in der Schweizer außerfamiliären Erziehung, italienische „classi differenziali“, die Krüppelbewegung in Österreich sowie eugenische Wurzeln der Pränataldiagnostik. Weitere Themen waren Gehörlosenbildung in Ghana, die Beschulung gehörloser Vorarlberger Kinder in der Schweiz, die Cesenatico-Kolonien und Mehrsprachigkeit in Südtirol. Auch der Umgang mit „Neubürgern“ im Bezirk Einsiedeln wurde beleuchtet.

Ergänzende Beiträge widmeten sich Wissensarchiven der Inklusion, Stottern aus Perspektive der Disability Studies und Inklusion als demokratiepolitischer Aufgabe. Michael Rasell aus Innsbruck schloss die Tagung mit Impulsen zur Demokratisierung sozialer Dienstleistungen ab.

Forschungsprojekt als Basis

Die Tagung entstand im Rahmen des Projekts Lost Children. (Trans-)national out-of area placement of South Tyrolean children in Italy and Austria (1945–1970). Gefördert wurde sie von der Autonomen Provinz Bozen Südtirol, der Fakultät für Bildungswissenschaften sowie dem Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck.

Ausstellung zur Operation Shamrock

Begleitend zur Tagung eröffnete Monica Brandis die Ausstellung Die Kinder der Operation Shamrock. Sie zeigt Porträts und Lebensgeschichten von Menschen aus Nordrhein-Westfalen, die als Kinder nach dem Krieg über die „Operation Shamrock“ nach Irland gebracht wurden. Dort lebten sie mehrere Jahre bei irischen Familien. Die Ausstellung war bis 1. November 2026 im ersten Stock des Ágnes-Heller-Hauses zu sehen.

Quelle: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/tagung-zu-inklusion-transnationale-und-historische-perspektiven

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