Innsbruck: Blindenleitsystem in Altstadt installiert

Mona HopfingerMona Hopfinger
Neues Bodensystem Innsbruck: Hand ertastet Leitsystem, Stock berührt Boden
© Mit KI (Gemini) generiert

In der Innsbrucker Altstadt wurde ein neues Bodenleitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen umgesetzt. Sechs Rillen wurden dafür in die Pflastersteine gefräst, weiße Streifen markieren den Verlauf, so der ORF.

Wer derzeit die Innsbrucker Altstadt besucht, bemerkt die neuen weißen Markierungen im Pflaster. Sie sind Teil eines Bodenleitsystems, das blinden und sehbehinderten Personen die Orientierung erleichtern soll.

Wie bereits am Boznerplatz wurden sechs parallele Rillen direkt in die vorhandenen Pflastersteine gefräst. Weiße Streifen rechts und links machen den Verlauf zusätzlich sichtbar und unterstützen vor allem Menschen mit Sehrest.

Routenführung durch große Teile der Altstadt

Das Leitsystem erstreckt sich über weite Bereiche der Altstadt. Es führt über Marktgraben und Burggraben, über den Franziskanerplatz sowie durch mehrere Gassen bis zur Schwarzmanderkirche. Auch in den Laubengängen werden die Rillen angebracht.

In der Herzog-Friedrich-Straße verläuft das System nicht durch die Fahrgasse, sondern durch die Laubengänge. Zwischen Burggraben und Goldenem Dachl wurde es auf der Ostseite geführt. Dort befinden sich unter anderem eine Apotheke, der Stadtturm mit einem barrierefreien WC sowie die Hofburg und der Dom.

Rechtliche Klärungen verzögerten Projekt

Bereits im April 2024 war klar, dass die neu gestaltete Altstadt aufgrund gesetzlicher Vorgaben zur Barrierefreiheit ein solches System benötigt.

Neben der Abstimmung über die konkrete Ausführung mussten rechtliche Fragen geklärt werden. Der Laubengang in der Herzog-Friedrich-Straße steht teilweise in Privateigentum. Außerdem waren Zustimmungen der Eigentümer und des Bundesdenkmalamts nötig. Das historische Erscheinungsbild sollte möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Die Stadt entschied sich schließlich für das Einfräsen der Rillen.

Nicht alle Bereiche mit neuem System ausgestattet

Wo der Bodenbelag nicht erneuert wurde, etwa in der Stiftgasse und der Riesengasse, sollen die vorhandenen Entwässerungsrinnen weiterhin als Orientierungshilfe dienen.

Der Blinden- und Sehbehindertenverband begrüßt die Umsetzung. Die Altstadt sei mit ihren Blumentrögen, Gastgärten und den vielen Menschen in den engen Gassen für blinde und sehbehinderte Personen eine besondere Herausforderung.

Die Stadt Innsbruck schätzte die Kosten auf etwa 200.000 Euro.

Quelle: https://tirol.orf.at/stories/3377050/

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