Innsbruck wird Teil des europäischen KI-Netzwerks ELLIS

Die ELLIS Unit der Universität Innsbruck ist ab sofort Mitglied im European Laboratory for Learning and Intelligent Systems. Als vierter österreichischer Standort nach Linz, Wien und Graz verstärkt Innsbruck die KI-Forschung im Westen des Landes.
Das europaweite Exzellenznetzwerk für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen hat die von der Universität Innsbruck getragene ELLIS Unit aufgenommen. Justus Piater, Informatiker an der Universität, übernimmt die Leitung der neuen Einheit. Ziel ist es, die KI-Forschung in Westösterreich zu bündeln und mit führenden Zentren in Europa sowie weltweit zu vernetzen.
Mit Innsbruck zählt das ELLIS-Netzwerk nun 49 Units in ganz Europa. Die lokalen Zentren bringen herausragende Forscherinnen und Forscher zusammen, die fachübergreifend kooperieren und langfristige Programme entwickeln. Dadurch entsteht an jedem Standort eine kritische Masse an Expertise und Infrastruktur, während sich die Spitzenforschung über den Kontinent verteilt.
Systeme, die Prinzipien der Realität erfassen
Die Innsbrucker Einheit konzentriert sich auf KI-Systeme, die grundlegende Prinzipien und Phänomene der realen Welt erfassen können. Diese Systeme sollen über ihre Trainingsdaten hinaus verallgemeinern und nachvollziehbare Erklärungen für ihre Ergebnisse liefern. Anwendung finden sollen diese Fähigkeiten in Wissenschaft, Medizin und Technik.
„Heutige KI-Systeme sind beeindruckend, solange sie sich auf vertrautem Terrain bewegen. Wir wollen Systeme entwickeln, die verstehen, wie die Welt funktioniert, die auch in neuen Situationen verlässlich bleiben und deren Entscheidungen wir nachvollziehen können. Gerade in Medizin und Wissenschaft ist das entscheidend“, erklärt Piater, Professor am Institut für Informatik.
Forschende aus Innsbruck aufgenommen
Neben Piater wurden Hans Briegel (Institut für Theoretische Physik), Francesca Finotello (Institut für Molekularbiologie und DiSC) sowie Adam Jatowt und Eva Zangele (Institut für Informatik) als Fellows und Scholars in ELLIS aufgenommen. Jörg Lücke, KI-Professor, war bereits zuvor Mitglied.
Die Unit soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern und enge Verbindungen zu anderen ELLIS Units sowie internationalen KI-Forschungszentren aufbauen. „Die Aufnahme in das ELLIS-Netzwerk ist eine Auszeichnung für die Innsbrucker KI-Forschung. Sie öffnet unseren Forscher:innen sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Tür zu einem der wichtigsten KI-Netzwerke Europas“, sagt Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung.
Europäisches Gegengewicht zu Industrieforschung
ELLIS wurde 2018 von europäischen Forscherinnen und Forschern gegründet. Das Netzwerk will Europa eine Spitzenposition in der KI-Forschung sichern und eine starke, öffentlich getragene Forschung als Gegengewicht zu rein industriellen Interessen etablieren. Es stützt sich auf drei Säulen: Forschungsprogramme, ein europaweites PhD- und Postdoc-Programm sowie das Netzwerk der ELLIS Units. Doktorandinnen und Doktoranden werden jeweils von einer Betreuungsperson an der Heimatinstitution und einer weiteren an einem zweiten europäischen Standort begleitet, wodurch dauerhafte Verbindungen zwischen den Units entstehen.
Quelle: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/universitat-innsbruck-erhalt-ellis-unit
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