Innsbrucker Kirche wird zur Boulderhalle umgebaut

Mona HopfingerMona Hopfinger
Boulder-Kirche in Tirol: Kletterer an Wänden, Kreuz über Altar, Bilderreihe
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In der Höttinger Au in Innsbruck entsteht erstmals in Tirol aus einem Gotteshaus eine Kletterhalle. Die profanierte Kirche Petrus Canisius wird seit Mai zur Boulderhalle umfunktioniert, so der ORF.

Die Diözese Innsbruck reagiert auf sinkende Mitgliedszahlen und sucht neue Verwendungen für ihre mehr als 400 Kirchenbauten. In der Höttinger Au läuft seit Mai der Umbau der entweihten Kirche Petrus Canisius zu einer Boulderhalle. Der Zentralbau umfasst rund 600 Quadratmeter.

Hinter dem Projekt steht der Vorarlberger Unternehmer und ehemalige Profi-Kletterer Guntram Mattle, der bereits drei Boulderhallen betreibt und bei diesem Vorhaben als Bauleiter fungiert. Bei einem Treffen mit dem Bischof sei der Funke übergesprungen, berichtet Mattle. Trotz vieler Hürden habe man das Projekt zum Erfolg geführt.

Altar bleibt geweiht

Trotz der Umnutzung bleibt der Altar im Zentrum der ehemaligen Kirche geweiht. Am Sonntagabend sollen dort weiterhin Gottesdienste abgehalten werden, während der Kletterbetrieb ruht. Die Pfarrgemeinde nutzt inzwischen die kleine ursprüngliche Kapelle des Gebäudes.

Der Bischof habe beim Entweihungsgottesdienst gesagt: „Loslassen, aber nicht fallen lassen“, so Mattle. Es entstehe nicht komplett etwas Neues, das Alte bleibe bestehen und die Wirkung erhalten. Es komme einfach etwas dazu.

Die Boulderhalle soll auch als Treffpunkt für junge Menschen in Universitätsnäre dienen. Das Areal öffnet sich zur Innpromenade. Sport sei für viele junge Leute eine Art Religion, meint der Unternehmer. Sie fühlten sich geborgen, fänden einen Platz und Halt. Sport gebe Orientierung.

Premiere in Tirol

Europaweit wurden bereits zahlreiche ehemalige Kirchenräume umgewandelt, etwa in Diskotheken, Supermärkte oder Restaurants. In Tirol ist es die erste Neunutzung eines Gotteshauses.

In der Pfarre hatten manche am Anfang Bedenken gegen die doppelte Nutzung. Laut Mattle haben sich inzwischen viele daran gewöhnt. Auch ältere Menschen aus der Pfarre möchten das neue Angebot ausprobieren. Die Leiterin der Seniorinnen in der Pfarre hat schon gesagt, dass sie mit ihren Seniorinnen zum Bouldern kommen will.

Eröffnung im November geplant

Die Kirche Petrus Canisius wurde vom Architekten Horst Parson geplant und 1972 eingeweiht. In den letzten Jahren wurde der Zentralbau nur noch selten stark genutzt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Kreuzwegbilder bleiben erhalten. Im Süden des Gebäudes wurde ein Gastrobereich angebaut. Mattle steckt insgesamt 2,8 Millionen Euro in das Projekt. Im November soll die neue Boulderhalle aufsperren.

Quelle: https://tirol.orf.at/stories/3375335/

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