Insolvenzen in Niederösterreich um fünf Prozent gestiegen

Mathias FischerMathias Fischer
Unternehmensinsolvenzen Österreich: 583 im 1. Halbjahr 2026, +5% Anstieg
© Mit KI (Gemini) generiert

Während die Unternehmensinsolvenzen in Österreich im ersten Halbjahr 2026 leicht zurückgingen, verzeichnet Niederösterreich einen Anstieg. Besonders betroffen sind Bau-, Handels- und Gastronomiebetriebe.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Niederösterreich 583 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit entwickelt sich das Bundesland entgegen dem österreichweiten Trend: Laut KSV1870 sank die Zahl der Insolvenzen bundesweit im selben Zeitraum um ein Prozent auf 3.449 Fälle.

Mehr als 40 Prozent aller Insolvenzen in Niederösterreich entfallen auf Betriebe aus den Bereichen Bau, Handel und Gastronomie. Diese Branchen sind besonders stark von der Entwicklung betroffen.

Energiepreise und Bürokratie als Belastung

Thomas Schaden, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) Niederösterreich, sieht Klein- und Mittelbetriebe unter zunehmendem Druck. Die Energiepreise seien seit dem Auslaufen der Strompreisbremse nicht gesunken und würden laut Prognosen wieder deutlich steigen. Hinzu kämen bürokratische Hürden und die neuen US-Zölle, die die Betriebe belasten würden.

„Diese Entwicklung gibt zu denken. Während sich die Lage in anderen Bundesländern leicht entspannt, geraten unsere niederösterreichischen Klein- und Mittelbetriebe weiter unter Druck“, wird Schaden in einer Aussendung zitiert.

Forderungen nach konkreten Maßnahmen

Der SWV Niederösterreich fordert eine Senkung der Energiepreise und den Abbau von Bürokratie. Laut Angaben des Verbandes kosten unnötige bürokratische Vorgänge Unternehmen im Schnitt 13 Arbeitsstunden pro Woche.

Zusätzlich verlangt Schaden eine dreimonatige Nachversicherung in der Krankenversicherung für Selbstständige nach einer Insolvenz. Damit solle verhindert werden, dass Betroffene ohne Absicherung dastehen.

„Wer kleinen Betrieben den Rücken stärkt, sichert Arbeitsplätze und stellt die gesamte Wirtschaft auf ein solides Fundament“, so Schaden. Die Betriebe verdienten faire Bedingungen statt Hürden.

Quelle: OTS

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