Intensivpflegekongress in Wiener Neustadt diskutiert KI

Mathias FischerMathias Fischer
16. NÖ Intensivpflegekongress Wiener Neustadt: Pflege 4.0 – High-Tech, High-Care: Pflegeidentität im KI-Zeitalter
© Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg

Beim 16. NÖ Intensivpflegekongress in Wiener Neustadt stand die Frage im Mittelpunkt, wie Künstliche Intelligenz die Pflege verändert und welche Aufgaben menschlich bleiben müssen. Die Veranstaltung fand am 15. und 16. September statt.

Das Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg hat gemeinsam mit der Fachhochschule Wiener Neustadt den 16. NÖ Intensivpflegekongress ausgerichtet. Die zweitägige Veranstaltung widmete sich dem Thema „Pflege 4.0 – High-Tech, High-Care: Pflegeidentität im KI-Zeitalter“ und brachte Expertinnen, Experten sowie Pflegefachkräfte zusammen.

Im Fokus standen Fragen zur Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz in der Pflege: Welche Tätigkeiten können technische Systeme in Zukunft übernehmen? Wo lassen sich Pflegefachkräfte entlasten? Und in welchen Bereichen bleibt die persönliche Verantwortung des Menschen unverzichtbar? Die Teilnehmenden beleuchteten diese Themen aus verschiedenen Blickwinkeln.

Beziehung zwischen Mensch und Mensch im Mittelpunkt

Christa Grosz, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums, betonte die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung trotz technologischer Entwicklung. „Dieser Mensch braucht mich jetzt – genau dieses Gefühl macht professionelle Pflege unverwechselbar“, sagte sie. Künstliche Intelligenz solle vor allem mehr Zeit für professionelle Pflege ermöglichen.

Die gewonnene Zeit gehöre dem Menschen – der klinischen Wahrnehmung, der Beziehung und Beratung sowie den Patientinnen, Patienten und ihren Angehörigen. „Technologie kann uns dabei unterstützen. Verantwortung kann sie uns nicht abnehmen“, so die Pflegedirektorin.

Hochschule als Ort für Theorie und Praxis

Violeta Kaličanin, Geschäftsführerin der Fachhochschule Wiener Neustadt, hob bei der Kongresseröffnung die Rolle der Hochschule hervor. Pflege zeichne sich durch Empathie, Erfahrung, kritisches Denken und die Bereitschaft aus, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig brauche es heute auch immer mehr technisches Know-how.

Durch die Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum könne dazu beigetragen werden, dass Theorie und Praxis in einer hochwertigen Ausbildung zusammenwirken. Zukünftige Pflegekräfte würden so optimal auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Gesundheitsversorgung vorbereitet.

Positive Möglichkeiten der KI nutzen

Landtagsabgeordneter Franz Dinhobl, der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Kongress vertrat, rückte ebenfalls die Entwicklung neuer Technologien in den Mittelpunkt. Entscheidend sei, dass die positiven Möglichkeiten erkannt und die Künstliche Intelligenz dort eingesetzt werde, wo sie den Menschen zugutekomme.

Der Kongress zeigte: Künstliche Intelligenz kann professionelle Pflege gezielt unterstützen, wenn ihr Einsatz den Menschen und die Versorgungsqualität stärkt. Sie kann Prozesse erleichtern, Informationen schneller verfügbar machen und Pflegefachkräfte bei klar definierten Aufgaben unterstützen. Die fachliche Beurteilung, die pflegerische Entscheidung und die damit verbundene Verantwortung bleiben bei den dafür qualifizierten Pflegefachpersonen.

Quelle: https://www.landesgesundheitsagentur.at/presse/presseaussendungen/newsdetail/pflege-40-wenn-high-tech-auf-high-care-trifft

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