Interreg-Projekt für Hochwasserschutz in Braunau

In Braunau am Inn fiel am 19. Oktober 2026 der Startschuss für ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt zur Hochwassergefahrenabwehr. Partner aus Oberösterreich, Salzburg und Bayern wollen ihre Zusammenarbeit im Katastrophenschutz ausbauen.
Zum offiziellen Auftakt des Projekts „Hochwassergefahrenabwehr“ trafen sich Vertreter aus Feuerwehrwesen, Politik und Verwaltung sowie weitere Beteiligte. Torben Walter vom Land Oberösterreich begrüßte die Anwesenden, bevor Feuerwehrpräsident Robert Mayer die Wichtigkeit der länderübergreifenden Kooperation unterstrich. Politische Vertreter richteten anschließend Grußworte an die Teilnehmer.
Mayer betonte: „Bei großen Hochwasserereignissen müssen sich unsere Einsatzkräfte auch über Landesgrenzen hinweg aufeinander verlassen können. Mit diesem Projekt bauen wir auf einer bewährten Partnerschaft auf und entwickeln die Zusammenarbeit gezielt weiter. Gemeinsame Ausbildungsgrundlagen und eine abgestimmte Transportlogistik helfen uns, Erfahrungen und Lehrmittel besser zu nutzen und unsere Feuerwehren auf künftige Hochwassereinsätze vorzubereiten.“
Fünf Organisationen arbeiten zusammen
Die Veranstaltung diente der Präsentation der Projektinhalte und der Aufgabenverteilung zwischen den fünf Partnern. Federführend ist das Land Oberösterreich mit der Abteilung Wasserwirtschaft. Weitere Partner sind der Oö. Landes-Feuerwehrverband, der Landesfeuerwehrverband Salzburg, der Landkreis Rottal-Inn und der Verein Energiewende Linz.
Das Projekt knüpft an das Vorgängerprojekt „Hochwasserwissen“ an. Bis Juni 2028 sollen gemeinsame Einsatzstrategien erarbeitet, Ausbildungsangebote ausgeweitet und eine grenzüberschreitende Transport- und Logistikinfrastruktur aufgebaut werden. Geplant sind abgestimmte Einsatzkonzepte, gemeinsame Übungen und innovative Ausbildungsmöglichkeiten mit Virtual-Reality-Technologie.
Oberösterreichs Feuerwehrverband übernimmt Schlüsselaufgaben
Der Oö. Landes-Feuerwehrverband trägt mehrere zentrale Aufgaben. Dazu zählt die Erstellung eines gemeinsamen Feuerwehr-Fachlexikons, das die Verständigung bei grenzüberschreitenden Einsätzen verbessern soll.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Kooperation mit dem Landkreis Rottal-Inn bei der Transportlogistik für Hochwasser-Ausbildungsmodelle. Der Landkreis beschafft zwei Abrollbehälter zentral, während der Oö. Landes-Feuerwehrverband die dazugehörigen Transport- und Ladungssicherungssysteme entwickelt. Je ein Behälter wird in Oberösterreich und im Landkreis Rottal-Inn stationiert. Ein digitales Buchungssystem des Landesfeuerwehrverbandes Salzburg soll die gemeinsame Nutzung der Ausbildungsmaterialien vereinfachen.
Zusätzlich fließen die Erfahrungen des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes aus früheren Einsätzen in gemeinsame Einsatzkonzepte und Ausbildungsmaßnahmen ein.
Virtual Reality und Praxiseinblicke
Nach dem offiziellen Teil hatten die Teilnehmer Gelegenheit, eine Virtual-Reality-Anwendung des Vereins Energiewende Linz zu testen und einen Abrollbehälter Sandsack des Landkreises Rottal-Inn zu besichtigen. Beim anschließenden Ausklang nutzten die Projektpartner die Möglichkeit zum persönlichen Austausch.
Mit dem Interreg-Projekt „Hochwassergefahrenabwehr“ führen die beteiligten Organisationen ihre bewährte Partnerschaft fort. Ziel ist es, Einsatzkräfte besser auf künftige Hochwasserereignisse vorzubereiten und die Sicherheit der Bevölkerung über Landesgrenzen hinweg zu erhöhen.
Das Projekt „Hochwassergefahrenabwehr“ (BA0100379) wird im Rahmen des Interreg-Programms Bayern–Österreich von der Europäischen Union kofinanziert.
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