Jägerschaft weist Kritik der Grünen zu TBC-Bekämpfung zurück

Mona HopfingerMona Hopfinger
Rotwild und Rind auf Bergwiese im wissenschaftlichen Monitoring von Rinder-TBC
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Vorarlberger Jägerschaft reagiert mit scharfer Kritik auf Aussagen der grünen Landtagsabgeordneten Christine Bösch-Vetter zur Rinder-TBC im Bregenzerwald. Die Vorwürfe zu angeblich fehlenden Rotwildabschüssen seien eine verzerrte Darstellung der Realität.

Die Vorarlberger Jägerschaft zeigt sich verärgert über die jüngsten Äußerungen der grünen Landtagsabgeordneten Christine Bösch-Vetter zur Rinder-TBC im Bregenzerwald. Die Grünen würden mit dem Hinweis auf vermeintlich unzureichende Rotwildabschüsse in der Jagdregion Bezau-Schönenbach ein falsches Bild zeichnen, kritisiert die Jägerschaft. Dies geschehe auf Kosten jener, die seit Monaten gemeinsam gegen die Seuche kämpfen: Landwirte, Älpler, Jagdnutzungsberechtigte und Jagdschutzorgane.

Monitoring wird unterstützt

Die Jägerschaft betont, dass sie die TBC beim Rotwild ernst nehme und das laufende Monitoring unterstütze. Man arbeite mit großem Einsatz an der Umsetzung der notwendigen Abschüsse. Gerade deshalb verlange dieses sensible Thema eine sachliche Auseinandersetzung statt politischer Zuspitzung.

Die von Bösch-Vetter in ihrer Aussendung vom 29. September genannten Zahlen seien eine Momentaufnahme ohne fachlichen Kontext. Der weitaus überwiegende Teil der Jahresstrecke bei der Rotwildbejagung werde in den Herbst- und Wintermonaten erzielt. Nach sechs Monaten die vollständige Erfüllung eines Jahresplans einzufordern und daraus ein Versagen abzuleiten, sei entweder Unkenntnis oder bewusste Irreführung, so die Jägerschaft.

Die Jägerschaft habe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie auch außergewöhnlich hohe Vorgaben verlässlich umsetze. Trotz deutlich erhöhter Abschussvorgaben seien die Rotwildabschusspläne auf Landesebene zuletzt sogar übererfüllt worden.

Begleitung durch Bundesexperten

Die Forderung nach einer „unabhängigen fachlichen Aufsicht des Bundes“ gehe ins Leere, erklärt die Jägerschaft. Die TBC-Bekämpfung werde seit Jahren von europaweit führenden Expertinnen und Experten begleitet. Federführend sei dabei die AGES in Innsbruck im Auftrag des Bundes.

Rinder-TBC an der Schnittstelle zwischen Wild und Nutztier sei ein hochkomplexes Geschehen mit einer Vielzahl von Einflussgrößen: die gemeinsame Nutzung von Flächen durch Nutz- und Wildtiere, Viehverkehr, Wilddichte und die Dynamik des Erregers. Mit der Genotypisierung der Erreger ließen sich Infektionsketten heute präzise nachvollziehen. Diese Ergebnisse seien die Grundlage für zielgerichtete Maßnahmen, ihre Interpretation erfordere jedoch Fachkenntnis.

Dass Bösch-Vetter diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihrer Argumentation ausblende, spreche für sich. Politisch motivierte Erklärungen und einfache Schuldzuweisungen würden dieser Komplexität nicht gerecht werden. Den Vorwurf eines Interessenkonflikts an Landesrat Christian Gantner weise die Jägerschaft zurück, denn Seuchenbekämpfung verlange abgestimmtes Handeln über Ressortgrenzen hinweg.

Vonbank: „Stimmungsmache ist unverständlich“

„Die TBC-Bekämpfung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Veterinärbehörde, Land- und Jagdwirtschaft, und sie funktioniert in Vorarlberg grundsätzlich“, so Landesjägermeister Manfred Vonbank. Alle Beteiligten arbeiteten mit Nachdruck an der Lösung des Problems. Dieser Weg wirke, wie die Erfolge in den südlichen Landesteilen zeigten. Dass es im nördlichen Bekämpfungsgebiet länger dauere, habe auch mit einer der höchsten Nutztierdichten Österreichs und dem damit verbundenen Infektionsgeschehen zu tun.

„Umso unverständlicher ist es, dass nun zum wiederholten Mal mit fachlich nicht haltbaren Behauptungen Stimmung gemacht wird“, kritisiert Vonbank. Die Landwirte, Älpler und Jäger im Bregenzerwald bräuchten jetzt Rückhalt statt Verunsicherung. Wer aus einer so ernsten Situation politisches Kapital schlagen wolle, tue das auf ihrem Rücken.

Vonbank zeigt sich enttäuscht über den gewählten Weg. Man habe mit Bösch-Vetter in der Vergangenheit mehrfach sachliche und offene Gespräche geführt und sie dabei umfassend informiert. Umso frustrierender sei es, dass sie sich trotz dieses Wissens für den Weg der Verunsicherung und Stimmungsmache entscheide.

Wenn man TBC nachhaltig zurückdrängen wolle, brauche man keine gegenseitigen Schuldzuweisungen, sondern belastbare Daten, Transparenz und eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Veterinärbehörden, Wissenschaft und Jägerschaft. Dazu sei die Vorarlberger Jägerschaft weiterhin bereit.

Quelle: https://vjagd.at/tbc-bregenzerwald-stellungnahme-jaegerschaft

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