Jauerlinger Saftladen feiert 15 Jahre Streuobstschutz

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Naturpark Jauerling-Wachau begeht das 15-jährige Bestehen des „Jauerlinger Saftladens“. Das Umweltbildungsprojekt hat bisher 40.000 Liter Apfelsaft produziert und über 3.000 Schüler eingebunden. Mit neuen Partnern sollen die wertvollen Streuobstwiesen nun gezielt erhalten werden.

Mühldorf – Seit 2011 sammeln Kinder aus Naturpark-Schulen Äpfel von regionalen Streuobstwiesen und lassen daraus naturtrüben Saft pressen. Die Bilanz nach 15 Jahren: rund 40.000 Liter Apfelsaft und mehr als 3.000 beteiligte Schülerinnen und Schüler. Der neue Jahrgang trägt heuer die Fransenfledermaus auf dem Etikett – gestaltet von den Kindern im Rahmen eines Malwettbewerbs.

Trotz Trockenheit im Sommer 2026 kamen rund 3.000 Kilogramm Äpfel zusammen, daraus entstanden etwa 1.800 Liter frischer Naturpark-Apfelsaft. Die Schulen im Naturpark erhalten den Saft, erhältlich ist er auch bei ausgewählten Partnerbetrieben wie dem Naturpark-Gasthaus am Jauerling.

Fransenfledermaus im Fokus

Die geschützte Fledermausart profitiert von alten Obstbäumen, die ihr Nahrung und Jagdlebensräume bieten. Die Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) begleitet das Projekt 2026. Die Kunstmeile Krems unterstützt den Malwettbewerb seit Beginn und bewertet die künstlerischen Arbeiten.

„Der Jauerlinger Saftladen macht Biodiversität für Kinder unmittelbar erlebbar. Beim Sammeln und Verarbeiten der Äpfel lernen sie den Wert unserer Streuobstwiesen kennen und entwickeln ein Bewusstsein für ihren Schutz“, sagt Mathilde Stallegger, Geschäftsführerin des Naturparks Jauerling-Wachau.

Lebensräume langfristig sichern

Streuobstwiesen prägen die Kulturlandschaft am Jauerling seit Generationen. Alte Obstsorten, höhlenreiche Bäume, Totholz und blütenreiche Wiesen bieten Lebensraum für Fledermäuse, Vögel und Insekten. Doch die artenreichen Flächen brauchen gezielte Pflege und regelmäßige Bewirtschaftung.

Das Projekt verbindet Umweltbildung mit regionalem Nutzen: Die gemeinsame Ernte und Verarbeitung unterstützt die Nutzung der Wiesen und macht ihre Bedeutung sichtbar. Kinder und Jugendliche erfahren, wie traditionelle Bewirtschaftung, regionale Lebensmittel und Artenvielfalt zusammenhängen.

Neben der Bildungsarbeit sind nun auch konkrete Maßnahmen geplant: Pflege und Revitalisierung ausgewählter Streuobstwiesen sowie Pflanzaktionen sollen die wertvollen Lebensräume langfristig sichern.

Neue Partner für Biodiversität

Die BILLA-Stiftung Blühendes Österreich und Henkel steigen als neue Partner ein. „Die Streuobstwiesen am Jauerling verbinden Artenvielfalt, traditionelle Bewirtschaftung und regionale Identität. Mit unserer Unterstützung möchten wir durch die Revitalisierung ausgewählter Flächen und Pflanzaktionen diese wertvollen Elemente unserer Kulturlandschaft erhalten“, erklärt Ronald Würflinger, Generalsekretär von Blühendes Österreich und ehemaliger Geschäftsführer des Naturparks Jauerling-Wachau.

Berthold Benedek, Channel Lead Sales bei Henkel, betont: „Biodiversität und Naturschutz sind wichtige Bestandteile unseres Nachhaltigkeitsengagements. Mit unserer Unterstützung möchten wir wertvolle Lebensräume erhalten und zugleich die Umweltbildung für kommende Generationen stärken.“

Das Land Niederösterreich und die Europäische Union fördern den Jauerlinger Saftladen bereits seit 2011. Das Projekt wird im Rahmen von Werkstatt Innovation Natur WIN #landwirtschaft unterstützt – einem Gemeinschaftsprojekt von BILLA Stiftung Blühendes Österreich, Impact Hub Vienna und BirdLife Österreich. Zwischen 2026 und 2029 stellt die BILLA Stiftung eine Million Euro für Projekte zu Landwirtschaft und Naturschutz bereit. Die Begleitung wird über das Programm „Biodiversität jetzt!“ kofinanziert.

Quelle: https://www.aggsbach.gv.at/Naturpark_Jauerling-Wachau_15_Jahre_Jauerlinger_Saftladen

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