Jeder zehnte Salzburger fährt ohne Sicherheitsgurt

Pia Prodinger
Anschnallen im Auto: Person schließt Sicherheitsgurt in einem Fahrzeug, Detailaufnahme der Hand am Gurtverschluss.
© Kuratorium für Verkehrsicherheit

In Salzburg verzichten rund zehn Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer auf den Sicherheitsgurt. Österreichweit liegt die Anschnallquote bei knapp 95 Prozent, so der ÖAMTC.

Rund zehn Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger fahren laut einer Erhebung des ÖAMTC ohne angelegten Sicherheitsgurt. Österreichweit schnallen sich hingegen fast 95 Prozent der Autolenkerinnen und Autolenker an.

„Wenn man sich überlegt, dass von den tödlich verunglückten Pkw-Insassen fast jede bzw. jeder Dritte nicht angeschnallt war und auch das Risiko schwer verletzt zu werden, drei Mal höher ist als mit Gurt, gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, sich nicht anzuschnallen“, erklärt Martina Schlegel-Lanz, Landesdirektorin des ÖAMTC Salzburg.

27 Prozent der Todesopfer 2025 ohne Gurt

In den vergangenen zehn Jahren waren zwischen 25 und 35 Prozent der tödlich verunglückten Pkw-Insassen nicht angeschnallt. Im Jahr 2025 starben 166 Pkw-Insassen bei Unfällen – 27 Prozent davon trugen keinen Gurt.

Laut ÖAMTC rettet der Sicherheitsgurt alle sieben Sekunden das Leben eines Autofahrers. Ohne Gurt ist das Verletzungsrisiko drei Mal höher: Während zehn Prozent aller angeschnallten Personen bei einem Unfall schwere oder tödliche Verletzungen erleiden, liegt diese Quote bei ungesicherten Insassen laut Statistik Austria bei 32 Prozent.

Männer schnallen sich seltener an

Eine Erhebung des ÖAMTC zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen weisen eine Anschnallquote von 96 Prozent auf, Männer hingegen nur von rund 92 Prozent. Besonders gering ist das Gefahrenbewusstsein bei Männern zwischen 25 und 34 Jahren sowie zwischen 55 und 64 Jahren – in diesen Altersgruppen liegt der Anteil der Todesopfer ohne Gurt bei jeweils rund 40 Prozent.

Airbags wirken nur mit Gurt

Der ÖAMTC weist darauf hin, dass moderne Sicherheitstechnik wie Airbags, Assistenzsysteme oder Notbremsfunktionen ihre volle Wirkung nur in Verbindung mit einem angelegten Sicherheitsgurt entfalten können. Viele würden zudem die Kräfte unterschätzen, die bei einem Unfall wirken: Ein Zusammenstoß bei nur 30 km/h entspricht einem Sturz aus vier Metern Höhe.

Von Skepsis zur Pflicht

Das erste Patent für einen Sicherheitsgurt wurde bereits 1903 zugelassen. Verpflichtend in Neuwagen eingebaut wurden die Gurte erst 1974, gestraft wurde ab 1984. Der damalige Polizist Helmut Naderer aus Salzburg erinnert sich: „In den eigenen Reihen waren damit nicht alle einverstanden, sich anzugurten. Manche haben argumentiert, dass man ertrinken würde, wenn man in einen Bach stürzt. Aber schlussendlich hat es sich ja doch durchgesetzt und ich glaube, zumindest Tausende gerettet.“

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3362774/

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