JKU-Fakultäten als Kunstwerke im Uni-Center

Mona HopfingerMona Hopfinger
© JKU

Wolfgang Stifter hat anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Johannes Kepler Universität Linz alle vier Fakultäten künstlerisch interpretiert. Die Gemälde hängen nun im Foyer des Festsaals und sind Teil der Initiative „Kunst am JKU Campus Auhof“.

Zum 60. Geburtstag der JKU hat der Künstler Wolfgang Stifter jede der vier Fakultäten in ein eigenes Bild übersetzt. Die Werke wurden der Universität zur Verfügung gestellt und sind im Uni-Center zu sehen. Sie gehören zur Initiative „Kunst am JKU Campus Auhof“.

Vom Deckengemälde zur Wandlösung

Anfangs dachte Stifter an ein klassisches Deckengemälde. Wegen technischer Einbauten und des Montageaufwands verwarf er die Idee jedoch rasch. Zusammen mit Architekt Max Luger entschied er sich für das grau getäfelte Foyer des Festsaals. Über den vier Portalen befinden sich quadratische Flächen, die sich für farbige Akzente anboten.

Stifter wählte für jede Fakultät einen eigenen bildnerischen Zugang. Als Malfarbe kam Acryl zum Einsatz, da Ölfarbe zu lange trocknet und das Leinöl langfristig stören könnte. Die Leinwände wurden auf Paneelplatten aufgebracht und direkt verschraubt.

Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät: Blick ins All

In Blau gehalten zeigt das Bild über dem Eingang zum Festsaal einen Blick ins Universum. Der Pferdekopfnebel trifft auf Schrödingers Katze, deren Zustand sich erst beim Öffnen der Kiste entscheidet. Hexagonale Schneekristalle verweisen auf Kepler, eingeschriebene Formeln beschreiben physikalische und mathematische Grundlagen. Das Bild symbolisiert den Forscherdrang ins Unendliche.

Rechtswissenschaftliche Fakultät: Rahmen aus den Fugen

Das rote Bild nimmt den Begriff „Rechtsrahmen“ wörtlich und stellt ihn bildlich dar. Farbflecken versuchen, diesen Rahmen zu umgehen – manchmal gelingt es ihnen. Unterschwellig eingearbeitet sind Paragraphen aus ABGB, StGB und dem Burgenländischen Sicherheitsgesetz, kaum lesbar für Außenstehende.

Medizinische Fakultät: Tanzende Genesung

In Gelb zeigt Stifter tanzende Patientinnen und Patienten als Ziel aller medizinischen Anstrengungen. Die Bandagen sind abgenommen und wehen im Wind. Dieses Motiv durchlief den längsten Entwicklungsprozess.

Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: Bunte Vielfalt

Das grüne Bild zum Hinausgehen zeigt vielfältige Farbereignisse auf einem Migrationshintergrund. „Ecce homo fugens“ steht dort – die vielen Ereignisse sollen trotz positiver Stimmung nicht aus den Augen verloren werden. Unten schrammt ein blaues Detail knapp am Euro-Zeichen vorbei, mit nur einem Europastern.

Zur Person

1946 wurde Wolfgang Stifter in Ottensheim geboren. Nach dem Stiftsgymnasium Wilhering studierte er von 1964 bis 1970 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Von 1989 bis 2014 lehrte er als Universitätsprofessor an der Kunstuniversität Linz, deren Rektor er von 1991 bis 2000 war. Zudem war er Vorsitzender des Landeskulturbeirats der Oberösterreichischen Landesregierung.

Quelle: https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/die-bildgewordene-jku

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