JKU-Soziologin Ursula Rami erhält Ars Docendi-Staatspreis

Die Soziologin der Johannes Kepler Universität Linz wurde für ihr Forschungspraktikum in empirischer Sozialforschung ausgezeichnet. Die Jury würdigte besonders das Konzept des forschenden Lernens.
Ursula Rami vom Institut für Soziologie der JKU wurde mit dem Ars Docendi-Staatspreis 2026 in der Kategorie „Forschungsbezogene bzw. Kunstgeleitete Lehre“ geehrt. Die Auszeichnung erhielt sie für ein Forschungspraktikum im Bachelorstudium Soziologie, das sich über zwei Semester erstreckte.
Studierende forschten zu hybridem Arbeiten
Das Lehrprojekt ermöglichte den Studierenden, ein sozialwissenschaftliches Forschungsprojekt weitgehend eigenständig umzusetzen. Thematisch beschäftigten sie sich mit „Hybrides Arbeiten und der Betrieb als sozialer Ort“, wobei die Rolle von Betriebsräten im Mittelpunkt stand. Die Teilnehmenden waren aktiv an der Themenfindung beteiligt und erarbeiteten Problemstellungen sowie zentrale Forschungsfragen zu sozialer Interaktion, Zusammenhalt der Belegschaft und Handlungsspielräumen von Betriebsräten in hybriden Arbeitskontexten.
Die Jury zeigte sich beeindruckt davon, wie den Studierenden die Möglichkeit geboten wurde, gemeinsam authentische Erfahrungen in sozialwissenschaftlicher Forschung zu sammeln.
Forschendes Lernen im Zentrum
„Gesellschaftliche Herausforderungen lassen sich am besten verstehen, wenn Studierende sie selbst erforschen. Genau deshalb bedeutet mir der Ars Docendi-Staatspreis so viel“, erklärte Rami. Die Auszeichnung würdige eine Form der Lehre, die Studierende nicht nur Wissen erwerben lasse, sondern sie dazu befähige, gesellschaftliche Entwicklungen wissenschaftlich zu analysieren und mitzugestalten.
Besonders freue sie sich, dass mit dieser Auszeichnung ein Lehrkonzept gewürdigt werde, das auf forschendem Lernen basiere. „Studierende sollen nicht nur Wissen aufnehmen, sondern selbst zu Forschenden werden: Fragen entwickeln, Daten erheben, Ergebnisse analysieren und wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen“, so die Soziologin. Diese aktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen stärke fachliche Kompetenzen ebenso wie Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und wissenschaftliche Neugier.
Preisverleihung in Wien
Die Preisverleihung des Ars Docendi-Staatspreises 2026 fand im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt. Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner überreichte die Auszeichnungen an die Preisträgerinnen und Preisträger.
„Der Preis ist nicht nur eine persönliche Auszeichnung, sondern auch eine Anerkennung für die engagierte Zusammenarbeit mit den Studierenden, die dieses Projekt mit großem Einsatz mitgestaltet haben“, betonte Rami. Er bestätige sie in ihrer Überzeugung, dass gute Lehre dort entstehe, wo Lehrende und Studierende gemeinsam neue Erkenntnisse schaffen und Wissenschaft als lebendigen, gesellschaftlich relevanten Prozess erfahren.
Quelle: https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/ars-docendi-an-ursula-rami-verliehen
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