JKU startet Elite-Programm für KI-Experten in Hagenberg

Die Johannes Kepler Universität Linz etabliert am Standort Hagenberg das „RISC European College“. Das neue internationale Ausbildungsprogramm soll die nächste Generation mathematisch fundierter KI-Spezialisten hervorbringen.
Über das Institut für symbolisches Rechnen (RISC) baut die JKU Linz mit Förderung des Landes Oberösterreich ein internationales Ausbildungsangebot auf. Das RISC European College richtet sich an Absolventen der Mathematik und Informatik, die im Bereich vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz arbeiten wollen.
In sicherheitskritischen Systemen – etwa in Industrie, Medizin oder Forschung – genügt Machine Learning allein nicht. Ergebnisse müssen verifizierbar, nachvollziehbar und mathematisch belastbar sein. Symbolisches Rechnen vereint mathematische Logik, Computeralgebra, automatisches Beweisen und formale Methoden. „KI kann nur dann wirklich intelligent werden, wenn sie die statistische Kreativität des Machine Learnings mit der logischen Strenge der symbolischen Mathematik verknüpft“, sagt em.o.Univ.-Prof. Dr. Bruno Buchberger, Gründer des RISC.
470.000 Euro vom Land für Aufbauphase
Das Land Oberösterreich fördert das Projekt „Symbolisches Rechnen und Maschinelles Lernen für industrielle Anwendungen“ von April 2026 bis Dezember 2028 mit rund 470.000 Euro. Damit werden sieben bis neun Stipendien für internationale Masterstudierende finanziert. Bereits im Herbst 2026 starten die ersten Teilnehmer.
In den Folgesemestern soll die Zahl schrittweise auf rund 15 Masterstudierende wachsen. Ab 2027 sind bis zu acht weitere Stipendien geplant, die von oberösterreichischen Softwareunternehmen mitfinanziert werden sollen.
„Das RISC European College ist ein weiterer Meilenstein: Dabei baut das RISC auf seiner international gefragten und anerkannten Kompetenz im Bereich des symbolischen Rechnens auf und verknüpft es mit der KI-Forschung“, betont Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner. Das Ausbildungsangebot sei ein Baustein der KI-Exzellenzstrategie des Landes.
Zweijähriges Masterprogramm auf Englisch
Das vollständig englischsprachige Programm im Rahmen des Mathematikstudiums kombiniert Symbolic Computation (SC) und Machine Learning (ML). Der Fokus liegt auf mathematischer Modellbildung und theoretischer Absicherung – laut JKU ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Vergleich.
Neben der technologischen Ausbildung sind europäische Werte, wissenschaftliche Verantwortung und gesellschaftliches Denken im Curriculum verankert. „Mit dem RISC European College stärkt die JKU einen international sichtbaren Forschungsschwerpunkt und schafft zugleich ein zukunftsweisendes Ausbildungsangebot“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Stefan Koch, Rektor der JKU Linz.
Kooperation mit RISC Software GmbH
Das RISC-Institut und die RISC Software GmbH bilden eine Symbiose aus akademischer Exzellenz und industrieller Umsetzung. Die GmbH unterstützt das College mit praxisnahen Aufgabenstellungen und zusätzlichen Masterstipendien.
Univ.-Prof. DI Dr. Carsten Schneider, Institutsvorstand des RISC, sagt: „Mit dem RISC European College vereinen wir mathematische Grundlagenforschung und zielgerichtete Anwendung in Wissenschaft und Industrie zu moderner Hybrid AI – und bilden gemeinsam mit unseren Partner*innen die internationalen Top-Talente für den Standort Oberösterreich aus.“
Das RISC wurde 1987 von Bruno Buchberger gegründet und betreibt weltweit führende Grundlagenforschung im symbolischen Rechnen. Es kooperiert mit Spitzeneinrichtungen wie dem Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und CERN.
Quelle: https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/jku-talenteschmiede-in-hagenberg
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