JKU startet mit Kepler Salon und Zirkus des Wissens in neue Saison

Die Johannes Kepler Universität Linz eröffnet die Spielzeit 2026/27 ihrer beiden Einrichtungen für künstlerische Wissensvermittlung. Mit vier Uraufführungen und rund 100 Veranstaltungen bei freiem Eintritt bringen Kepler Salon und Zirkus des Wissens Forschung auf die Bühne.
Die Johannes Kepler Universität Linz verfügt als einzige Hochschule in Österreich über zwei eigenständige Einrichtungen für künstlerische Wissensvermittlung: den Kepler Salon in der Linzer Innenstadt und den Zirkus des Wissens am Campus Auhof. Beide Institutionen machen wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Debatten auf unterschiedliche Weise zugänglich. Während der Kepler Salon Raum für Dialog und kritischen Diskurs schafft, bringt der Zirkus des Wissens Forschung durch Theater, Musik, Performance und partizipative Formate auf die Bühne.
Alexander Freischlager, Vizerektor für Campusentwicklung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, betont die gesellschaftliche Verantwortung von Universitäten: „Universitäten tragen Verantwortung, ihr Wissen mit der Gesellschaft zu teilen und den offenen Austausch über die großen Fragen unserer Zeit zu fördern. Der Kepler Salon und der Zirkus des Wissens leisten dafür Außergewöhnliches: Sie machen Forschung verständlich, künstlerisch erfahrbar und für viele Menschen jedes Alters zugänglich.“
75.000 Besucher seit Eröffnung 2022
Seit der Eröffnung im Frühjahr 2022 haben mehr als 75.000 Besucher den Zirkus des Wissens besucht. 36 Uraufführungen wurden auf die Bühne gebracht, rund 250 Aufführungen und Veranstaltungen pro Jahr finden statt. In über 900 Workshops haben Künstler und Wissenschaftler gemeinsam mit Schülern und Menschen in sozialen Einrichtungen geforscht, experimentiert und neue Perspektiven entwickelt.
Zahlreiche Wiederaufnahmen und Gastspiele im In- und Ausland – unter anderem in Wien, Graz, Venedig, Leipzig, New York, Neu Delhi, Singapur und Seoul – tragen die Produktionen über Linz hinaus und machen das Modell des Zirkus des Wissens auch international sichtbar.
Vier Uraufführungen in der neuen Spielzeit
Vier neue Uraufführungen prägen die Saison 2026/27. Den Auftakt macht am 2. Oktober 2026 „Matilda's Dream“, ein Stück über Frauen, die Wissenschaft und Forschung geprägt haben. Es folgt am 7. November 2026 die Uraufführung von „Alle Kinder wissen …“, das sich der faszinierenden Welt der Virologie widmet und sich an Menschen ab fünf Jahren richtet. Mit der digitalen Welt, in der sich Jugendliche spielend vernetzen, setzt sich „Radical Gaming“ auseinander, dessen öffentliche Uraufführung am 28. November 2026 stattfindet; im Zentrum steht dabei die Frage, wann aus Online-Communities Räume der Radikalisierung werden können.
„Harmonices Mundi“ wiederum folgt den Spuren Johannes Keplers auf seiner Suche nach der „Harmonie der Welt“ und bewegt sich dabei zwischen Mathematik, Musik, Astronomie und der übergeordneten Frage, wie sich die Welt als Ganzes begreifen lässt. Die Produktion ist Teil der European Researchers Night und des EU-Projekts SPACE und wird am 25. September 2026 in St. Pölten sowie ab Juni 2027 in Linz zu sehen sein.
Airan Berg, Zirkusdirektor des Zirkus des Wissens, zieht ein positives Resümee: „75.000 Besucher sind eine wunderbare Bilanz. Vor allem aber sind sie ein Zeichen dafür, wie groß die Lust auf gemeinsames Staunen ist.“
Kepler Salon mit 100 Veranstaltungen bei freiem Eintritt
Auch der Kepler Salon startet in die neue Saison. Jährlich finden hier rund 100 Veranstaltungen bei freiem Eintritt statt. Ziel ist es, gesellschaftliche und wissenschaftliche Debatten mithilfe von Streaming-Angeboten und Kooperationen in ganz Oberösterreich niederschwellig zugänglich zu machen. Unter dem Motto „Vielfalt in den Themen, Vielfalt in den Formaten“ steht das diesjährige Programm.
Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe „Nobel erklärt“: An drei Terminen im Oktober beleuchten JKU-Wissenschaftler die Hintergründe der diesjährigen Nobelpreisgewinner und ordnen den Wert der ausgezeichneten Arbeiten ein. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei das Gespräch „Worauf es ankommt“ am 10. November 2026 mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer und der Journalistin Corinna Milborn, die über ihr neues Buch, demokratische Werte, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie den Umgang mit Polarisierung und extremen Positionen sprechen.
Am 23. November 2026 wirft der Historiker und Musiker Didi Bruckmayr mit „Wagners Dunkelkammer“ einen Blick auf die nationalsozialistische „Volkspflege“ im Gau Oberdonau.
Cornelia Lehner, Intendantin des Kepler Salons, bringt es so auf den Punkt: „Der Kepler Salon hat sich als Gegenentwurf zum virtuellen Rauschen und als sogenannter Dritter Ort etabliert. Hier treten wir in Beziehung zu unserer Kultur, zu unserem Wissen, zueinander und schließlich zu uns selbst.“
Kooperation mit Kunstuniversität Linz
Im Rahmen der Reihe „Transversale Echos“ wird die Kooperation von JKU Linz und Kunstuniversität Linz auch in der neuen Spielzeit im Kepler Salon fortgesetzt. Wissenschaftliche Forschung, künstlerische Praxis und gesellschaftliche Fragen werden dabei durch gemeinsame Veranstaltungen und Projekte miteinander verknüpft.
Zu den Veranstaltungen der Reihe zählt „Quantum Shock Showdown“, bei der Forschung und Filmschaffen aufeinandertreffen, um auszuloten, wie viel Fiktion die Wissenschaft verträgt und wie viel Präzision die Kunst. Ergänzt wird das Gespräch zwischen Marlies Hajnal, Projektmanagerin an der Kunstuniversität Linz, Tobias Krieger, Forscher am Institut für Halbleiter und Festkörperphysik, sowie dem Filmschaffenden Clemens Niel durch eine Filmvorführung.
Brigitte Hütter, Rektorin der Kunstuniversität Linz, betont: „Wissenschaft und Kunst sind tragende Säulen einer aufgeklärten Gesellschaft. Universitäten haben hierbei einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag in Lehre, Forschung, Kunst und Gestaltung. Der Dialog mit der Öffentlichkeit im Rahmen der Kooperation mit der JKU und dem Kepler Salon ist gerade in konfliktreichen und herausfordernden Zeiten besonders wichtig.“
Buchpräsentation in Gmunden
In der Programmschiene „Kepler Salon extra extern“ wird der Salon außerhalb von Linz präsent sein. Im Rahmen der Kooperation mit der communale oö 2026 lädt er am 8. November 2026 ins Seeschloss Ort in Gmunden zur Buchpräsentation „Mut“ mit Danielle Spera. Im Mittelpunkt stehen jüdische Frauen aus Vergangenheit und Gegenwart sowie die Frage nach Mut, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Ausblick auf 2027
Im Mai 2027 wird das Festival of Transformation, ein neues Festivalformat an der JKU, über die Bühne gehen. Kunst und Wissenschaft werden im Rahmen des Festivals als eigenständige Kräfte gesellschaftlicher Veränderung zusammengeführt. Gemeinsam mit dem Linz Institute of Transformative Change (LIFT_C) und der Art x Science School for Transformation verwandelt sich der Campus so in einen Denk-, Erfahrungs- und Möglichkeitsraum für die großen Transformationen unserer Zeit.
Von 1. bis 6. Oktober findet im „splace“ der Kunstuniversität Linz und am Linzer Hauptplatz die Veranstaltungsreihe „Wissen im Dialog“ statt. Hier treten Forscher und Mitarbeiter der JKU mit interessierten Passanten in Kontakt.
Der Eintritt zum Zirkus des Wissens erfolgt auf Spendenbasis, um Anmeldung wird gebeten. Der Eintritt zum Kepler Salon ist frei. Das komplette Programm findet sich unter jku.at/zirkus-des-wissens und jku.at/kepler-salon.
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