Jugendliche entdecken 100 Arten im Burgenland

Pia ProdingerPia Prodinger
Gruppe von Erwachsenen und Kindern in ländlicher Umgebung mit Fangnetzen
© Büro LH-Stv.in Haider-Wallner

Drei burgenländische Mittelschulen nehmen an der „Naturschutzrallye – Buntes Burgenland“ teil. Schülerinnen und Schüler aus Rechnitz, Schattendorf und Lockenhaus suchen seit Juni nach mindestens 100 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in ihrem Schulumfeld.

Seit Juni sind Jugendliche der Naturpark-Mittelschule Rechnitz sowie der Mittelschulen Schattendorf und Lockenhaus auf Artenjagd. Ihr Ziel: mindestens 100 verschiedene Tier- und Pflanzenarten in der Umgebung ihrer Schulen aufspüren und bestimmen.

Die „Naturschutzrallye – Buntes Burgenland“ läuft über drei Jahre und soll junge Menschen für die heimische Natur und den Erhalt der Artenvielfalt sensibilisieren. Jährlich beteiligen sich drei burgenländische Mittelschulen an dem Bewusstseinsbildungsprojekt. Dabei sammeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur Arten auf einer Liste, sondern lernen auch, welche Lebensräume Tiere und Pflanzen brauchen, warum diese wertvoll sind und wie man sie schützen kann.

Trockenrasen am Galgenberg als Forschungsgebiet

Ein zentraler Ort der Rallye ist der Galgenberg in Rechnitz. Mit etwa neun Hektar ist er der größte Trockenrasen im Südburgenland und bietet zahlreichen wärmeliebenden Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Die jahrhundertelange Bewirtschaftung und vor allem die Beweidung haben diesen Standort geprägt und fördern bis heute seine Artenvielfalt.

Beim abschließenden Outdoor-Artentraining am 15. September gelang den jungen Forscherinnen und Forschern am Galgenberg ein besonderer Fund: Sie entdeckten zwei Schwarzbäuchige Taranteln.

Moderne Methoden und klassische Bestimmungsbücher

Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrkräften sowie vom Verein „Naturschutzakademie“, der die fachliche Betreuung übernimmt. Dabei kommen sowohl klassische Bestimmungsbücher als auch moderne Hilfsmittel wie Smartphones und Tablets zum Einsatz.

Im Zentrum steht das eigenständige Entdecken: Welche Pflanzen wachsen hier? Welche Tiere leben in diesem Lebensraum? Was benötigen sie zum Überleben? Und wie wirken sich Klimawandel und Veränderungen in der Landschaft auf die Artenvielfalt aus?

Fortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen

Auch die Lehrkräfte profitieren von dem Projekt. In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Burgenland wurde heuer erstmals ein eigenes Arten- und Methodentraining angeboten. 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten dabei ihre Artenkenntnis vertiefen und neue Methoden für die praktische Naturvermittlung erlernen.

Die Naturschutzrallye zeigt: Wer die Natur selbst erforscht, beginnt sie besser zu verstehen. Und wer ihre Vielfalt kennt und schätzt, entwickelt ein Bewusstsein für die Bedeutung ihres Schutzes.

Quelle: https://www.rechnitz.at/de/buergerservice/aktuelles/detail/zweite-burgenlaendische-naturschutzrallye

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