Jugendliche gestalten Therapiegarten mit Graffiti neu

Acht junge Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendpsychosomatik am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr haben gemeinsam mit einem Graffiti-Künstler die Wände eines Gerätehauses im Therapiegarten gestaltet. An zwei Tagen Mitte August entstanden farbenfrohe Kunstwerke.
Im Therapiegarten des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums Steyr sind neue Kunstwerke entstanden. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren haben gemeinsam mit dem Steyrer Graffiti-Künstler „Super“ die Wände eines Gerätehauses neu gestaltet. Die achtköpfige Gruppe verwandelte an zwei Projekttagen Mitte August weiße Wände in großflächige Bilder.
Die jungen Patientinnen und Patienten entwickelten gemeinsam mit dem Künstler Motive, wählten Farben aus und setzten ihre Ideen selbst um. Entstanden sind Bilder voller Fantasie und persönlicher Ausdruckskraft. Das Ergebnis wertet den Therapiegarten optisch auf und bleibt als dauerhaftes Zeichen für die Kreativität der jungen Künstlerinnen und Künstler sichtbar.
Kreatives Gestalten als therapeutisches Mittel
In der therapeutischen Arbeit kann kreatives Gestalten dabei helfen, Gefühle auszudrücken, Selbstvertrauen zu stärken und neue Handlungsspielräume zu entdecken. Besonders für Kinder und Jugendliche bietet Kunst einen Zugang, der ohne viele Worte auskommt und dennoch Raum für persönliche Entwicklung eröffnet.
Die gemeinsame Projektarbeit zeigt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass ihre Ideen zählen: Verantwortung, Entscheidungen und ein bleibendes Ergebnis stärken Selbstwirksamkeit sowie soziale Kompetenzen wie Zusammenarbeit und Wertschätzung.
„Gerade in der Kinder- und Jugendpsychosomatik spielen kreative Ausdrucksformen eine wichtige Rolle. Lebendigkeit und jede Menge Kreativität im gemeinschaftlichen Tun und Erleben sind unsere Leitmotive in der stationären Behandlung der Kinderpsychosomatik“, erklärt Oberarzt Dr. Markus Schreiner vom Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr.
Die betreuende Projektleiterin und Sozialpädagogin Elena Emhofer betont die Bedeutung des Projekts: Wenn Jugendliche am Ende vor einer einst leeren Wand stehen und sagen können, dass sie das geschaffen haben, erzähle dieses Bild eine viel größere Geschichte. Es stehe für gewachsenes Selbstvertrauen, für Kreativität und für den Mut, neue Wege zu gehen.
Erfahrener Künstler begleitet das Projekt
Der Graffiti-Künstler „Super“ aus Steyr war bereits zum zweiten Mal im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum zu Gast. Er begleitet seit mehr als 25 Jahren Graffiti-Workshops und gehört der Graffiti-Crew IFOS (Insane Force of Style) an, die aus der Steyrer Graffiti-Szene hervorgegangen ist und heute international vernetzt arbeitet.
„Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen erleben, dass ihre Ideen gehört werden und zählen“, betont „Super“. „Im kreativen Miteinander erfahren sie, wie aus individuellen Vorstellungen etwas Größeres entstehen kann, zu dem jede und jeder einen wertvollen Beitrag leistet und mutig ist. Mir macht es unheimlich Spaß mit den hochmotivierten Kindern hier gemeinsam zu arbeiten.“
Der Künstler zeigte sich begeistert von den Jugendlichen. Manche hätten anfangs noch vorsichtig vor der Wand gestanden, am Ende hätten sie mit voller Überzeugung ihre Ideen umgesetzt.
Kunstwerke bleiben dauerhaft sichtbar
Künftig sind die gestalteten Wände Teil jenes Ortes, an dem Kinder und Jugendliche Zeit verbringen, Kraft schöpfen und neue Perspektiven entwickeln – die Bilder bleiben als sichtbarer Ausdruck von Kreativität, Gemeinschaft und dem Mut, eigene Ideen umzusetzen.
Quelle: https://www.ooeg.at/service/presse/presseaussendungen/detail/graffiti
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