Justizwache fordert 100 neue Stellen für steirische Gefängnisse

Die Gewerkschaft der Justizwache verlangt insgesamt 100 zusätzliche Planstellen für drei steirische Justizanstalten. Am Dienstag ab 08.30 Uhr finden in Leoben, Graz-Karlau und Graz-Jakomini Dienststellenversammlungen statt, so der ORF.
Für die Justizanstalt Leoben werden zehn zusätzliche Planstellen gefordert, für Graz-Karlau 40 und für Graz-Jakomini 50. Die Gewerkschaft begründet die Forderung mit einem massiven Überstundenaufkommen in den Gefängnissen.
Stefan Jud, der Vorsitzende der Justizwache-Gewerkschaft, macht deutlich, dass der Betrieb nur durch enorme Mehrarbeit funktioniere. Die Justizanstalt Jakomini habe im Jahr 2025 insgesamt 23.800 Überstunden geleistet, Graz-Karlau 19.900 Überstunden.
Personalmangel gefährdet Sicherheit
Seit beinahe zwei Jahrzehnten seien die Planstellen nicht erhöht worden, kritisiert Jud. Dies habe direkte Auswirkungen auf die Sicherheit: Wegen zu wenig Personal müssten Insassen oft in ihren Zellen verbleiben, weil Werkstätten und Freizeitangebote nicht beaufsichtigt werden könnten.
Die Überbelegung verschärfe die Lage zusätzlich. „Wir haben kein Bett mehr frei bzw. keinen Haftraum mehr frei und haben jetzt massive Probleme – natürlich mit Aggression und natürlich mit Anfeindungen innerhalb der Insassen“, erklärt Jud. Besonders in Graz-Jakomini liege die Auslastung bei 122 Prozent.
Pensionierungen verschärfen Situation
Bereits im April hatte die Gewerkschaft auf die belastenden Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht. Die Lage werde sich weiter zuspitzen: In den kommenden Jahren stehe die größte Pensionierungswelle der Zweiten Republik bevor, warnt Jud.
Widerspruch zu Justizministerium
Aktuell sind 127 Planstellen ausgeschrieben. Das Justizministerium behaupte, es gebe kaum Interesse – doch Jud widerspricht dieser Darstellung. Viele Personen, die die Justizwachschule absolviert hätten, würden auf eine Anstellung warten.
„Es ist so, dass es wirklich ausreichend getestete Personen gibt. Die Problematik ist aber, dass wir keine Planstellen zusätzlich bekommen, um hier Personal weiter aufzunehmen“, so der Gewerkschafter.
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