Kärnten begrüßt Wehrdienstreform des Bundesheers

Das Militärkommando Kärnten zeigt sich zufrieden mit der geplanten Wehrdienstreform. Die zusätzlichen Milizübungen würden die Einsatzbereitschaft erhöhen, so Militärkommandant Eder, so der ORF.
Die geplante Reform des Wehrdienstes wird das Bundesheer stärker machen – davon ist der Kärntner Militärkommandant Eder überzeugt. Die vorgesehenen zusätzlichen Milizübungen würden die Reaktionsfähigkeit der Truppe steigern.
Nach dem sechsmonatigen Grundwehrdienst folgen künftig zwei Monate Truppenübungen. In dieser Zeit stünden einsatzbereite Verbände für bestimmte Aufgaben zur Verfügung, erklärte Eder. Diese Phase werde genutzt, um sich auf die volle militärische Landesverteidigung vorzubereiten. Die Soldatinnen und Soldaten hätten nach einem halben Jahr einen entsprechenden Ausbildungsstand erreicht und seien dann tatsächlich verfügbar.
Anderes Modell wäre bevorzugt worden
Persönlich hätte Eder allerdings ein anderes Konzept bevorzugt: acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate Milizübungen. Dieses Modell hatte auch die Wehrdienst-Kommission empfohlen.
Dauer als Argument für Bundesheer
In Kärnten wählen im Bundesländervergleich überdurchschnittlich viele junge Männer den Grundwehrdienst statt des Zivildienstes. Ob die Reform daran etwas ändern wird, ließ Eder offen. Er betonte aber, dass die kürzere Dauer bisher ein wichtiges Argument für das Heer gewesen sei.
„Natürlich besteht die Verlockung, und das weiß ich auch von einigen jungen Männern, dass jetzt schon einige deswegen zum Bundesheer eingerückt sind, weil der Wehrdienst kürzer war“, sagte Eder. Das Bundesheer müsse sich nun weiterhin attraktiv zeigen.
Praktische Umsetzung wird vorbereitet
Das Militärkommando Kärnten arbeitet laut Eder bereits an der praktischen Umsetzung der Reform. Die Truppenübungen müssten an die höhere Zahl an Soldatinnen und Soldaten angepasst werden. Man werde sich überlegen müssen, wie die zwei Monate Truppenübung direkt nach dem Grundwehrdienst möglichst effizient gestaltet werden können.
Auch eine neue Urlaubsregelung müsse erarbeitet werden. Das Militär muss allerdings flexibel bleiben, denn die Regierung benötigt für die Reform noch eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.
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