Kärnten erhält 12 Millionen Euro aus Baukartell-Einigung

Nach jahrelangen illegalen Preisabsprachen in der österreichischen Bauwirtschaft hat Kärnten eine Einigung mit Baufirmen erzielt. Die Ersatzzahlung von rund 12 Millionen Euro fließt in eine Deckensanierungsoffensive auf Landesstraßen.
Das Land Kärnten hat in Verhandlungen mit der Vereinigung Industrieller Bauunternehmen Österreichs (VIBÖ) einen Ersatzbetrag von rund 12 Millionen Euro ausgehandelt. Hintergrund sind illegale Preisabsprachen in der Bauwirtschaft, die zwischen 2002 und 2017 nahezu bundesweit praktiziert wurden und auch Bauprojekte der Kärntner Straßenbauabteilung betrafen.
Die Einigung kam nach mehreren Urteilen des Kartellgerichts und einer Aufarbeitung durch eine österreichweite Arbeitsgruppe zustande, die von der Finanzprokuratur begleitet wurde. Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur, betonte, dass Kärnten der Motor in den Bemühungen gewesen sei, für alle öffentlichen Auftraggeber eine Grundlage für Schadenersatz zu verhandeln.
7,5 Millionen Euro noch heuer verbaut
Die Landesregierung beschloss in ihrer Sitzung, dass die erkämpften Mittel in die Kärntner Landesstraßen fließen werden. Die ersten 7,5 Millionen Euro werden noch heuer im Rahmen einer Deckensanierungsoffensive verbaut, die im Herbst in ganz Kärnten startet.
Insgesamt 17 Baulose können dadurch zusätzlich zum regulären Bauprogramm umgesetzt werden. Es handelt sich um Projekte, die aus budgetären Gründen ansonsten erst in den kommenden Jahren realisiert worden wären.
Sanierungen in ganz Kärnten
Zu den geplanten Projekten zählen unter anderem: 700.000 Euro für einen Abschnitt auf der L71a Karnburger Straße im Bereich Zollfeld, fast 600.000 Euro für einen Abschnitt der B83 Kärntner Straße in Arnoldstein und 525.000 Euro für eine Sanierung bei Zirkitzen in Bad Kleinkirchheim.
Bei der Ortsdurchfahrt Tainach wird ein Abschnitt der L115 Tainacher Straße um über 400.000 Euro saniert. Auf der L62 Metnitztal Straße wird auf Höhe Staudachhof ein Abschnitt um 250.000 Euro instandgesetzt. Im Mölltal wird ein Abschnitt auf der B105 Mallnitzer Straße in Obervellach um 600.000 Euro hergerichtet. In Kötschach-Mauthen wird ein Teil der B110 Plöckenpass Straße um 225.000 Euro saniert.
Die Auswahl der Bauprojekte erfolgt nach der Prioritätenreihung gemäß Güteklassenkataster. Die verbleibenden Mittel aus der Einigung sollen im kommenden Jahr im Rahmen des Bauprogramms eingesetzt werden.
Quelle: https://ktnvp.at/2026/09/08/land-kaernten-erhaelt-millionen-aus-baukartell
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