Kärnten erzielt Rekordüberschuss bei Exporten

Mona HopfingerMona Hopfinger
WKO-Vertreter mit Weltkugeln vor dem WKO-Gebäude in Wien
© WKK | Helge Bauer

Die Kärntner Exportwirtschaft hat sich 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen robust gezeigt. Die Warenausfuhren kletterten um 5,1 Prozent auf 9,809 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss erreichte mit knapp 1,7 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert.

Nach einem Rückgang im Jahr 2024 sind die Warenexporte Kärntens im Vorjahr wieder deutlich gestiegen. Mit einem Wert von 9,809 Milliarden Euro legten sie um 5,1 Prozent zu. Mengenmäßig fiel der Zuwachs mit 0,4 Prozent allerdings gering aus. Dies lässt darauf schließen, dass höhere Standortkosten vorerst an internationale Kunden weitergegeben werden konnten.

Die Importe erhöhten sich um 1,5 Prozent auf 8,157 Milliarden Euro. Mengenmäßig gingen sie jedoch um 3,2 Prozent zurück, was auf geringere Investitionen und Produktion der international tätigen Betriebe in Kärnten hindeutet. Das ergibt einen Außenhandelsüberschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro – der höchste Wert, der in der Kärntner Außenhandelsstatistik je gemessen wurde. Damit gehört Kärnten weiterhin zu den fünf österreichischen Bundesländern mit einer positiven Außenhandelsbilanz – neben Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg.

Wettbewerbsfähigkeit trotz Herausforderungen

Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht in den Zahlen einen Beleg für die Bedeutung der Exportwirtschaft: „Unsere exportierenden Betriebe beweisen tagtäglich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dass die Exporte trotz schwieriger Rahmenbedingungen wieder deutlich wachsen und Kärnten einen neuen Rekordüberschuss erzielt, ist eine außergewöhnliche Leistung unserer Unternehmen.“

Trotz der positiven Zahlen bleiben die Herausforderungen groß: Hohe Energie- und Standortkosten, zunehmende Bürokratie und geopolitische Unsicherheiten belasten die Betriebe nach wie vor erheblich. Umso wichtiger seien wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und offene Märkte. Gerade für ein exportorientiertes Bundesland wie Kärnten seien Freihandelsabkommen – wie Mercosur oder mit Indien und Australien – entscheidend, damit die Unternehmen auch künftig dank neuer Absatzmärkte international erfolgreich sein können.

Exportoffensive und Kooperation mit der Steiermark

Sebastian Schuschnig, Wirtschaftslandesrat, betont, dass die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Exportwirtschaft auch unter herausfordernden Bedingungen wettbewerbsfähig und ein wichtiger, stabilisierender Faktor für den Standort ist. Gleichzeitig zeigen geopolitische Spannungen und neue Handelshürden, wie wichtig es ist, in noch mehr Länder zu exportieren und neue Möglichkeiten zu nutzen.

Auf diesem Weg unterstütze man die Kärntner Unternehmen mit der Exportoffensive als passendes, bereits bewährtes Instrument. Außerdem verstärke man die Zusammenarbeit mit der Steiermark und intensiviere die Positionierung als gemeinsamer Wirtschaftsraum – für mehr Standortsichtbarkeit auf internationalen Märkten. Als erste Schritte sind unter anderem ein gemeinsamer Auftritt bei der EXPO 27 in Belgrad sowie ein Wirtschaftsempfang in München im nächsten Jahr geplant.

Deutschland bleibt wichtigster Partner – China legt kräftig zu

Die EU bleibt mit Abstand Kärntens wichtigster Handelspartner – über 61 Prozent der gesamten Exporte gehen in andere Mitgliedsstaaten. Deutschland bleibt mit Exporten im Wert von 2,618 Milliarden Euro Kärntens wichtigster Handelspartner, auch wenn die Ausfuhren leicht um 1,3 Prozent zurückgingen. Auf Platz zwei liegt China mit 1,305 Milliarden Euro – ein kräftiges Plus von 23,9 Prozent. Bemerkenswert ist dabei, dass Kärnten mit China eine stark positive Außenhandelsbilanz aufweist (Exporte: 1,305 Milliarden Euro, Importe: 871 Millionen Euro) – das ist österreichweit eher unüblich. Italien folgt mit 925 Millionen Euro auf Rang drei.
Zuwächse gab es auch bei den Exporten nach Malaysia (+15,6 Prozent), Polen (+5,9 Prozent), Ungarn (+7,1 Prozent) und in die Schweiz (+4,1 Prozent). Rückgänge verzeichneten hingegen die USA (-14,8 Prozent), Slowenien (-8,5 Prozent) und Frankreich (-3,3 Prozent).

Maschinen- und Anlagenbau dominiert

Der Maschinen- und Anlagenbau bleibt Kärntens wichtigste Exportwarengruppe: Kessel, Maschinen und mechanische Geräte erreichten knapp drei Milliarden Euro (+5,3 Prozent). Überdurchschnittlich stark zulegen konnten elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren (+11,1 Prozent), Holz und Holzwaren (+10,1 Prozent) sowie Fleisch und Schlachtnebenerzeugnisse (+18,3 Prozent).

Bei den Importen bleibt Deutschland mit 2,427 Milliarden Euro das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von China mit 871 Millionen Euro und Italien mit 702 Millionen Euro. Besonders stark stiegen die Einfuhren aus Ungarn (+19,9 Prozent) und China (+12,4 Prozent), während jene aus den USA (-13,6 Prozent) und Japan (-7,9 Prozent) zurückgingen.
Die wichtigste importierte Warengruppe sind Kessel, Maschinen und mechanische Geräte mit 1,505 Milliarden Euro, gefolgt von elektrischen Maschinen und elektrotechnischen Waren (1,008 Milliarden Euro) sowie Zugmaschinen und Kraftfahrzeugen (497 Millionen Euro). Zulegen konnten mineralische Brennstoffe (+8,5 Prozent), Eisen- und Stahlwaren (+7,4 Prozent) sowie Kraftfahrzeuge (+6,7 Prozent). Rückgänge verzeichneten anorganische chemische Erzeugnisse sowie Holz und Holzwaren mit jeweils rund neun Prozent.

Hohe Widerstandsfähigkeit der Exportwirtschaft

Für Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU in der Wirtschaftskammer Kärnten, belegen die aktuellen Zahlen die hohe Widerstandsfähigkeit der Kärntner Exportwirtschaft: „Die Rückkehr auf den Wachstumspfad ist ein starkes Signal. Unsere Unternehmen behaupten sich erfolgreich auf den internationalen Märkten und konnten ihre Exporte trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder deutlich steigern.“

Die kaum gestiegenen Importe zeigen, dass viele Betriebe bei Investitionen nach wie vor zurückhaltend sind. Deshalb sei es besonders wichtig, Unternehmen beim Erschließen neuer Märkte gezielt zu helfen und internationale Chancen konsequent zu nutzen.

Quelle: https://www.wko.at/ktn/news/kaerntens-exporte-wachsen-2025

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