Kärnten fördert Hitzeschutz in Schulen und Kindergärten

Pia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Land Kärnten startet ein neues Förderprogramm gegen Hitzebelastung in Bildungseinrichtungen. Bis Ende 2027 stehen vier Millionen Euro für Maßnahmen wie Ventilatoren, Entsiegelung oder Hitzeschutzfolien bereit.

Die Kärntner Landesregierung hat am Mittwoch eine neue Förderung für rasch umsetzbare Maßnahmen gegen Hitze in Kindertagesstätten, Kindergärten und Volksschulen präsentiert. Gemeindereferentin Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ) betonte, es brauche Schritte, die schnell wirken.

Bis Ende 2027 werden insgesamt vier Millionen Euro aus dem Gemeindereferat zur Verfügung gestellt. Die Förderquote beträgt 80 Prozent der Kosten, Gemeinden als Träger können die Mittel abrufen. Gefördert werden sowohl Maßnahmen im Innen- als auch im Außenbereich.

Klimatisierte Bereiche und Outdoorklassen geplant

In den Bildungseinrichtungen sollen einzelne klimatisierte Bereiche entstehen, etwa gekühlte Ruhe- und Bewegungsräume in Kindertagesstätten. Bei Volksschulen könnten schattige Bereiche im Freien geschaffen werden, um den Unterricht bei Hitze in „Outdoorklassen“ abzuhalten. Auch Trinkbrunnen im Freien sind förderbar.

Eine finanzielle Obergrenze für einzelne Maßnahmen gibt es nicht. Wie viele Standorte bei dem vorhandenen Fördervolumen profitieren werden, war bei der Präsentation noch unklar.

Mehr als die Hälfte der Volksschulen thermisch saniert

Lagger-Pöllinger erklärte, dass in Kärnten bereits mehr als die Hälfte der Volksschulen thermisch saniert seien. Bei Kindergärten und Kindertagesstätten existiere kein genauer Überblick. Der Bildungsbaufonds des Landes, über den früher Sanierungen und Neubauten finanziert wurden, erfüllt diese Funktion nicht mehr. Noch vorhandene Mittel dienen der Ausfinanzierung bereits umgesetzter Projekte. Früher wurde der Fonds zu einem Gutteil über eine Gemeindeumlage gespeist, die wegen der Finanzprobleme vieler Gemeinden eingestellt wurde.

Fellner will Sommerferien vorverlegen

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) bekräftigte seine Unterstützung für eine Vorverlegung der Sommerferien um zwei Wochen, die er gerne ab Sommer 2027 umgesetzt sähe. Die Ferienverlegung solle aber nicht die einzige Maßnahme angesichts häufiger werdender Hitzewellen im Juni sein. Falls eine bundesweite Umsetzung nicht möglich sei, würde sich Kärnten als Modellregion zur Verfügung stellen.

Forderung nach einheitlichem Hitzeschutzplan

Fellner und Bildungslandesrat Peter Reichmann (SPÖ) fordern vom Bund einen einheitlichen Hitzeschutzrahmen für den Bildungsbereich. Es soll geregelt werden, welche Maßnahmen schulautonom verfügt werden können und ab welchen Temperaturen welche Schritte zu setzen sind – etwa ein früheres Unterrichtsende oder eine Verlegung des Unterrichts ins Freie. Reichmann fordert vom Bund auch eine Anpassung der Schulbaurichtlinien, die künftig etwa passive Kühlung vorsehen sollen.

Quelle: APA

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