Kärnten führt Milchtransportkostenzuschuss wieder ein

Die Kärntner Landesregierung hat die Wiedereinführung eines Transportkostenzuschusses für Milchbauern beschlossen. Ab Herbst stehen 500.000 Euro zur Verfügung, um Betriebe in benachteiligten Gebieten bei der Eigenanlieferung von Milch zu entlasten.
Die Kärntner Landesregierung hat in ihrer heutigen Sitzung die Rückkehr des Milchtransportkostenzuschusses beschlossen. Ab Herbst 2026 können Milchbäuerinnen und Milchbauern in benachteiligten Gebieten Förderungen beantragen, um die Mehrkosten für den Eigentransport ihrer Milch zu Sammelstellen abzufedern. Insgesamt stellt das Agrarreferat dafür 500.000 Euro bereit.
Agrarreferent LHStv. Martin Gruber begründete die Maßnahme mit den erschwerten Bedingungen, unter denen Milchbetriebe im Berggebiet arbeiten müssen. Gestiegene Energiekosten und sinkende Produktpreise am Milchmarkt würden vor allem die kleinstrukturierte Milchwirtschaft in Kärnten massiv unter Druck setzen. Die Förderung solle die Mehrkosten ausgleichen und die Auswirkungen von Milchpreisschwankungen abfedern.
Rund 1.450 Betriebe produzieren über 220.000 Tonnen Milch
Die Milchwirtschaft zählt zu den dominierenden Produktionsbereichen der Kärntner Landwirtschaft. Etwa 1.450 milchliefernde Betriebe tragen jährlich mit mehr als 220.000 Tonnen Milch zur Versorgung der Bevölkerung bei. Das entspricht rund einem Drittel des gesamten tierischen Produktionswertes in Kärnten.

Rund 90 Prozent dieser Betriebe befinden sich im Berggebiet und müssen die Milch selbst zu Sammelstellen bringen. Gruber betonte, dass es sich dabei in vielen Fällen um kleine bis mittlere Bergbauernhöfe handle, bei denen eine Hofabholung aufgrund der geringen Milchmengen wirtschaftlich oft nicht möglich sei. Mit ihrer Arbeit leisteten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Antragstellung über Landwirtschaftskammer-Außenstellen
Die Abwicklung der Förderung erfolgt wie in der Vergangenheit über die Außenstellen der Landwirtschaftskammer in den Bezirken. Ziel ist es, insbesondere kleine und mittlere Bergbauernhöfe zu unterstützen, die täglich hochwertige Lebensmittel erzeugen und unter schwierigen Verhältnissen arbeiten.
Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber begrüßte die Wiedereinführung des Zuschusses. Die Maßnahme sei eine treffsichere Unterstützung für Milchviehbetriebe, um die Mehrkosten in der Produktion bei gleichzeitig sinkenden Abnahmepreisen abzufedern. Gleichzeitig leiste sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung der Versorgungssicherheit mit heimischen Milchprodukten sowie zur Bewirtschaftung des ländlichen Raums.
Quelle: https://ktnvp.at/2026/06/30/regierungssitzung-2-rueckkehr-des-milchtransportkostenzuschuss-fixiert
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