Kärnten mit höchster Pro-Kopf-Verschuldung aller Länder

Pascal KeckPascal Keck
Wirtschaftliche Symbole: Geld, fallende Kurve, Waage mit Gewichten von 4,31 Milliarden und 7,563 Milliarden Euro
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Landesrechnungshof warnt vor der finanziellen Lage Kärntens. Die Gesamtschulden stiegen 2025 auf 4,31 Milliarden Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung kletterte auf 7.563 Euro. Die Sparquote liegt zum dritten Mal unter dem empfohlenen Minimum.

Der Kärntner Landesrechnungshof hat den Rechnungsabschluss des Landes für das Jahr 2025 geprüft und schlägt Alarm. Die Zahlen seien ein „deutliches Warnsignal“, heißt es in dem am Dienstag präsentierten Bericht. Das Bundesland weist weiterhin die höchste Verschuldung pro Kopf aller österreichischen Länder auf. Zudem lag die Sparquote das dritte Jahr hintereinander unter dem empfohlenen Wert, die freie Finanzspitze war mit minus 123,56 Millionen Euro negativ.

Die Schulden des Landes wuchsen im vergangenen Jahr um 273,7 Millionen Euro auf insgesamt 4,31 Milliarden Euro an. Pro Einwohner bedeutet das eine Steigerung von 7.084 Euro auf 7.563 Euro. LRH-Direktor Günter Bauer warnte, der hohe Schuldenstand schränke die Handlungsspielräume zunehmend ein und erhöhe die Belastungen für künftige Budgets.

Ausgaben übersteigen Einnahmen deutlich

Den Einzahlungen von 3,53 Milliarden Euro standen Auszahlungen von 3,83 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein negativer Nettofinanzierungssaldo von 301,12 Millionen Euro. Das öffentliche Sparen erreichte 2025 lediglich 82,40 Millionen Euro, die Sparquote lag bei 2,4 Prozent. Die Prüfer sehen darin eine unzureichende Ertragskraft, da die empfohlene Mindestsparquote bei fünf Prozent liegt.

Finanzsaldo: Balkendiagramm zeigt Einnahmen 3,53 Mrd. € und Ausgaben 3,83 Mrd. €, Waage, Sparschwein

Die negative freie Finanzspitze bedeutet, dass nach der Tilgung von Finanzschulden keine Mittel für Investitionen übrig bleiben. „Das Land ist nicht in der Lage, seine Investitionen aus dem laufenden Budget zu finanzieren. In diesem Fall müssen neue Schulden aufgenommen werden, um Investitionen überhaupt tätigen zu können“, erklärte Bauer.

Mehr als die Hälfte der Belege mit Mängeln

Im Rahmen einer Ordnungsmäßigkeitsprüfung untersuchte der Landesrechnungshof 875 Stichproben. Dabei wiesen 462 Belege Mängel auf, das entspricht 52,8 Prozent. Die meisten Mängel waren formaler Natur, könnten aber finanzielle Folgen haben. Bei 301 von 724 geprüften Eingangsrechnungen wurde die Zahlungsfrist überschritten.

Auch bei der Digitalisierung sehen die Prüfer Verbesserungsbedarf: Von 37.661 E-Rechnungen wurden 74,4 Prozent digital bearbeitet. Die übrigen 9.625 E-Rechnungen wurden zunächst ausgedruckt.

Landesregierung verweist auf Konsolidierung

Finanzreferentin Gabriele Schaunig (SPÖ) verwies am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf einen laufenden Budgetkonsolidierungsprozess. Durch die Auflösung des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds habe man nun die Möglichkeit, den Schuldenstand zu reduzieren. Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber (ÖVP) betonte, man habe bereits Einsparungen vorgenommen und gehe nun in die Strukturen. Die Zahl der Abteilungen sei auf zehn plus Landesamtsdirektion reduziert worden, bis 2030 wolle man 300 Stellen im Landesdienst nicht nachbesetzen.

Kärntens FPÖ-Parteiobmann Erwin Angerer kritisierte, SPÖ und ÖVP hätten das Land finanziell an die Wand gefahren. Reformen erst jetzt anzukündigen und auf höhere Steuereinnahmen zu hoffen, werde zu wenig sein, um das Budget zu sanieren.

Quelle: APA

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