Kärnten: Polizei kontrolliert E-Scooter mit Rollenprüfgeräten

Mona HopfingerMona Hopfinger
E-Scooter auf Rollenprüfstand mit Warnschild und Hand, die Knopf drückt
© Mit KI (Gemini) generiert

In Kärnten setzt die Polizei seit 1. September spezielle Rollenprüfgeräte ein, um die Geschwindigkeit von E-Scootern zu messen. Hintergrund sind rund 100 Unfälle mit Verletzten heuer.

Die Polizei in Kärnten hat eigene Rollenprüfgeräte in Betrieb genommen, um E-Scooter auf ihre tatsächliche Geschwindigkeit zu überprüfen. Bei den Kontrollen wird das hintere Rad auf die Rollen gestellt und der Gashebel betätigt. Überschreitet die gemessene Geschwindigkeit den erlaubten Wert, drohen Strafen von mehreren hundert Euro.

Wie die Polizei am Mittwoch bei einem Pressetermin mitteilte, ereigneten sich heuer in Kärnten bereits rund 100 E-Scooter-Unfälle mit Verletzten. Die praktischen Gefährte entwickeln sich zunehmend zu Gefahrenquellen, da längst nicht alle die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h einhalten.

Scooter mit bis zu 100 km/h unterwegs

Den Beamten sind in Kärnten bereits Scooterfahrer ins Netz gegangen, die mit annähernd 100 km/h unterwegs waren, berichteten die Polizisten vor Journalisten. Bei solchen Geschwindigkeiten bietet auch ein Helm keinen ausreichenden Schutz mehr vor schwersten Verletzungen.

Seit 1. September sind in Kärnten drei E-Scooter-Rollenprüfgeräte im Einsatz. Die Beamtinnen und Beamten im Außendienst können damit sowohl die Motorleistung als auch die erreichbare Höchstgeschwindigkeit zuverlässig und rechtskonform erfassen. Künftig soll jeder Kärntner Bezirk über mindestens ein solches Gerät verfügen.

Einfaches Tuning oft möglich

Das Prüfgerät besteht aus zwei Rollen und einem Display. Für die Kontrolle rollt das Hinterrad des Scooters auf den Prüfstand, anschließend wird der Gashebel betätigt. Das Ergebnis entscheidet darüber, ob die Fahrt fortgesetzt werden darf oder der Scooter nach Hause geschoben werden muss – und ob ein teurer Brief der Bezirkshauptmannschaft folgt.

Dass so viele Scooter die zulässige Höchstgeschwindigkeit massiv überschreiten können, liegt laut Hannes Micheler, stellvertretendem Leiter der Landesverkehrsabteilung Kärnten, an der Vielzahl unterschiedlicher Modelle und Hersteller. Diese ließen sich oft ganz einfach aufmotzen – teilweise sogar ohne mechanische Eingriffe.

Manche Hersteller haben versteckte Möglichkeiten eingebaut, um die Drosselung des Elektromotors auszuschalten. Dies geschieht etwa durch Betätigung von Gashebel und Bremse in einer bestimmten Anzahl und Reihenfolge. Von Fahrzeugen mit solchen Funktionen wird dringend abgeraten – die Polizei kennt diese Tricks.

"Dann gilt das Gleiche wie bei einem Moped, das plötzlich 60 km/h schnell geht. Das ist strafbar, auch wenn der Lenker oder die Lenkerin beteuert, diese Grenze nicht auszureizen", informiert Micheler. Wer auf überhöhte Geschwindigkeit verzichtet, sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern spart auch Geld.

Quelle: APA

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