Kärnten startet eigenen Internet-Knotenpunkt ALPSiX

Kärnten hat einen eigenen Internet Exchange in Betrieb genommen. ALPSiX soll Datenverbindungen beschleunigen und den Wirtschaftsstandort stärken. Das Land investiert rund sechs Millionen Euro in das Infrastrukturprojekt.
Mit der offiziellen Inbetriebnahme von ALPSiX verfügt Kärnten nun über einen eigenen Internet Exchange. Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig verglich die Bedeutung des Projekts mit jener der Koralmbahn, die am 14. Dezember 2025 in Betrieb ging. Was die Bahn für die Mobilität sei, solle ALPSiX für die digitale Infrastruktur werden, sagte Schuschnig bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Ivo Ivanov, CEO von DE-CIX, und Alexander Windbichler, CEO der Anexia Holding.
Über die neue Infrastruktur können Daten direkt zwischen verschiedenen Netzwerken ausgetauscht werden. Bisher mussten Datenverbindungen zwischen Nutzern und Diensten teilweise über größere Internetknoten außerhalb Kärntens laufen, etwa über Wien oder München. Schuschnig erklärte das Prinzip mit einem Vergleich: Wer von Klagenfurt nach Villach fahre, würde nicht zuerst nach Wien fahren, um dort auf die richtige Auffahrt zu wechseln. Bei Datenverbindungen habe es bisher teilweise genau solche Umwege gegeben.
Kürzere Wege für KI und digitale Anwendungen
DE-CIX-CEO Ivanov betonte die wachsende Bedeutung solcher Infrastruktur angesichts des technologischen Wandels. Künstliche Intelligenz und neue digitale Anwendungen veränderten die Anforderungen an Netze grundlegend. Nicht nur Rechenleistung sei entscheidend, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der Daten zwischen Nutzern, Unternehmen und Rechenzentren fließen. Internetknoten entstünden künftig näher an den Menschen und Unternehmen. ALPSiX ermögliche, dass lokale Daten lokal bleiben und einen Umweg von mehr als 600 Kilometern über Wien vermeiden. Das schaffe Voraussetzungen für mehr digitale Souveränität, Innovation und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum in der Region.
Der Internet Exchange ist neutral aufgebaut und ermöglicht unterschiedlichen Netzwerken, sich miteinander zu verbinden. Gleichzeitig wird die Anbindung an internationale Datenströme und weitere digitale Knotenpunkte hergestellt. Kärnten erhält damit einen zusätzlichen Zugang zu weltweiten Datenverbindungen mit einem regionalen Knotenpunkt als zentraler Drehscheibe.
Standortvorteil für technologieintensive Betriebe
Für den Wirtschaftsstandort Kärnten eröffnen sich neue Möglichkeiten. Verbindungen würden schneller, effizienter und sicherer, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steige, sagte Schuschnig. Der Standort werde attraktiver, vor allem für technologie- und datenintensive Betriebe und für digitale Anwendungen, bei denen es auf jede Millisekunde ankomme. Als Beispiele nannte der Landesrat KI-Programme, vernetzte Produktionssysteme, autonome Fahrzeuge, Robotik oder moderne 5G-Anwendungen. Eine schnelle und sichere Datenverbindung werde in Zukunft darüber entscheiden, wo die nächsten Investitionen stattfinden.
Die Idee eines eigenen Internet-Knotens in Kärnten wurde von Landesrat Schuschnig vor über drei Jahren initiiert und konnte nach mehrjähriger Vorbereitung umgesetzt werden. Realisiert wird ALPSiX von DE-CIX gemeinsam mit der Breitbandinitiative Kärnten GmbH (BIK) und der Anexia Group. Das Land Kärnten investiert rund sechs Millionen Euro in das Infrastrukturprojekt.
Digitale Souveränität und regionales Know-how
Anexia-CEO Windbichler hob die Bedeutung der Infrastruktur für digitale Geschäftsmodelle hervor. Mit ALPSiX entstehe ein Technologie-Ökosystem, in dem diese wachsen könnten. Ein entscheidender Punkt sei digitale Souveränität. Der Internetknoten schaffe wertvolle Redundanz und positioniere die Region als modernen und resilienten Wirtschaftsraum. Die Anexia Group als international tätiges Technologie-Unternehmen für Cloud Technology und Digital Engineering gewährleiste den operativen Betrieb der Infrastruktur vor Ort.
Kärnten bringe eine seltene Kombination mit: Glasfaseranbindung an internationale Datenrouten, einen starken Mix aus erneuerbaren Energien und den Zugang zu vielen qualifizierten Fachkräften aufgrund der Lage im Alpen-Adria-Raum. Dieses Potenzial müsse konsequent genutzt werden, so Windbichler.
Mit ALPSiX positioniert sich Kärnten als digitaler Knotenpunkt für den gesamten Alpen-Adria-Raum. Es sei ein Meilenstein, der sich auf die gesamte Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts positiv auswirken könne, sagte Schuschnig.
Quelle: OTS
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