Kärnten verzeichnet starkes Sommerwachstum 2026

Das südlichste Bundesland meldet deutliche Zuwächse in der Sommersaison. Von Mai bis August stiegen die Ankünfte um 6,4 Prozent, die Übernachtungen um 2,2 Prozent. Gleichzeitig setzt das Land auf neue Angebote, um den Herbst als eigenständige Reisezeit zu etablieren.
Die Tourismuswirtschaft in Kärnten kann für den Zeitraum von Mai bis August 2026 eine erfreuliche Bilanz ziehen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Ankünfte um 6,4 Prozent, während bei den Nächtigungen ein Plus von 2,2 Prozent verzeichnet wurde. Auch der August entwickelte sich positiv: Mit 669.389 Ankünften und 2,9 Millionen Nächtigungen wurde ein Zuwachs von 4,0 Prozent bei den Gästen und 0,8 Prozent bei den Übernachtungen erreicht.
Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig zeigte sich mit der bisherigen Sommersaison zufrieden. Die endgültigen Zahlen lägen zwar noch nicht vor, dennoch könne bereits jetzt eine sehr gute Zwischenbilanz gezogen werden. Der Erfolg sei vor allem den Kärntner Tourismusbetrieben und Touristikerinnen und Touristkern zu verdanken. Gleichzeitig verwies er auf die Tourismusreform, deren nächste Schritte mit den konstituierenden Sitzungen der neuen Tourismusverbände zwischen Oktober und November anstehen.
Herbst gewinnt als Reisesaison weiter an Bedeutung
Die Herbstmonate entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für den Kärntner Tourismus. Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Nächtigungen in den Monaten September und Oktober um 17,4 Prozent, die Zahl der Ankünfte legte im selben Zeitraum um 22 Prozent zu.
Bereits im Herbst 2025 wurde gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 5,7 Prozent bei den Ankünften und sieben Prozent bei den Nächtigungen erzielt. Laut der aktuellen T-MONA-Gästebefragung nennen 63 Prozent der Herbsturlauber Natur und Landschaft als wichtigstes Reisemotiv. Für 21 Prozent stehen Kultur und Sehenswürdigkeiten im Fokus. Besonders gefragt sind Aktivitäten wie Wandern (69 Prozent), Spazierengehen und regionale Kulinarik (60 Prozent) sowie Radfahren (42 Prozent).
Kärnten-Werbung-Geschäftsführer Klaus Ehrenbrandtner betonte, dass sich der Herbst zunehmend als eigenständige Urlaubssaison etabliere. Etwa die Hälfte der Gäste reise als Paar an, gleichzeitig sorgten die Herbstferien in Österreich und Deutschland für zusätzliche Nachfrage bei Familien.
Neue Mobilitätsangebote für Wanderer und Radfahrer
Zusätzliche Impulse erwartet man sich durch die neue Koralmbahn. Mit dem Angebot „Rail & Trail“ können mehr als 100 Wanderrouten bequem mit der Anreise per Bahn kombiniert werden. Die Touren sind direkt an das regionale S-Bahn-Netz angebunden und ermöglichen Wanderungen, bei denen sowohl Start- als auch Zielpunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Mit „Rail, Rent & Bike“ wurde zudem ein Angebot geschaffen, bei dem Fahrräder in Bahnhofsnähe ausgeliehen und entlang der Strecke flexibel an teilnehmenden Verleihstationen zurückgegeben werden können.
Speziell für Gravelbike-Fans entstand das Projekt „Gravel Carinthia“. Gemeinsam mit sieben Kärntner Regionen wurde ein Streckennetz mit 24 Routen und rund 1.800 Kilometern entwickelt, das sportliche Herausforderungen mit Natur-, Kultur- und Kulinarikerlebnissen verbindet.
Erholung und Entschleunigung im Mittelpunkt
Unter dem Motto „Auszeit auf kärntnerisch“ rückt die Kärnten Werbung die steigende Nachfrage nach Ruhe, Entspannung und Naturerlebnissen in den Vordergrund. Angeboten werden unter anderem Wald-Auszeiten, Slow-Trail-Wanderungen, Yoga am Berg oder am See, Aufenthalte auf Bauernhöfen sowie Kaltbaden.
Mit vier neuen Standorten am Wörthersee verfügt Kärnten mittlerweile über zehn ausgewiesene Kaltbadeplätze. Parallel dazu wächst auch das Angebot an Hotels und Betrieben, die entsprechende Workshops anbieten.
Zur Stärkung der Herbstsaison setzt das Land Kärnten zudem erneut auf eine Almhüttenoffensive, die längere Öffnungszeiten von Hütten fördern soll. Ab November profitieren Gäste außerdem von der neuen Regelung „Freie Fahrt mit Gäste-Card“, die die kostenlose Nutzung eines Großteils des öffentlichen Verkehrs während des Aufenthalts ermöglicht.
Alpe Adria-Roadtrip als zusätzlicher Reiseanlass
Ein weiteres touristisches Angebot ist der Alpe Adria-Roadtrip, der Kärnten mit der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien verbindet. Die sechsetappige Route führt von Hermagor über Bad Kleinkirchheim, Klagenfurt und Tarvis bis nach Triest und über Piancavallo wieder zurück nach Kärnten.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Reisende mit Auto, Motorrad oder Camper und verbindet Naturerlebnisse mit kulturellen und kulinarischen Höhepunkten. Gerade im Herbst soll der Roadtrip zusätzliche Anreize für mehrtägige Aufenthalte schaffen.
Marketingoffensive für den Herbst
Um die Nachfrage in den kommenden Monaten weiter zu stärken, investiert die Kärnten Werbung rund 1,5 Millionen Euro in eine umfassende Marketingkampagne. Geplant sind Maßnahmen in den Bereichen Fernsehen, Radio, Online- und Social-Media-Werbung, Printkooperationen, Digital-Out-of-Home-Werbung sowie Presse- und Influencerarbeit.
Wie Ehrenbrandtner abschließend betonte, solle der Herbst nicht bloß als Verlängerung des Sommers wahrgenommen werden. Vielmehr wolle man ihn als eigenständige Reisezeit mit besonderen Erlebnissen positionieren. Angebote rund um Wandern, Radfahren, Kulinarik, Erholung und den Alpe Adria-Roadtrip sollen dafür zusätzliche Reiseanlässe schaffen.
Quelle: https://www.k-bv.at/k-bv-news/herbst-in-kaernten-neue-reiseanlaesse-staerken-die-nebensaison
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