Kärnten: Zahl schwerer Motorradunfälle nimmt zu

Pia Prodinger
Polizistin mit Blaulicht auf Einsatzfahrzeug in Österreich
©APA/EVA MANHART (Symbolbild)

In Kärnten häufen sich schwere Motorradunfälle. Allein in den vergangenen Wochen starben drei Lenker, am Sonntagnachmittag wurde eine 29-Jährige schwer verletzt. Experten warnen vor fehlender Schutzkleidung, so der ORF.

Anfang Juni verunglückte ein 30-jähriger Slowene bei Eisenkappel-Vellach tödlich, nachdem er in einer Kurve die Kontrolle über sein Motorrad verloren hatte. Mitte Juli kam ein 50-jähriger Kärntner bei St. Kanzian am Klopeiner See ums Leben. Am Sonntag starb ein 18-Jähriger bei einem Motorradunfall in Klagenfurt.

Am Sonntagnachmittag ereignete sich ein weiterer schwerer Unfall auf der Tuderschitzer Landesstraße (L74) zwischen Moosburg und Krumpendorf. Eine 29-jährige Motorradlenkerin wurde schwer verletzt, als ein entgegenkommender Pkw-Lenker auf ihre Fahrspur geriet und frontal mit ihr zusammenstieß. Die Polizei sucht Zeugen des Vorfalls.

410 Verletzte im Vorjahr – Rekordwert für Kärnten

Die Zunahme schwerer Motorradunfälle ist seit Jahren zu beobachten. Im Vorjahr wurden in Kärnten 410 Personen bei Motorradunfällen verletzt – ein Höchststand. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) trägt rund 45 Prozent der Motorradfahrer keine angemessene Schutzkleidung, die im Ernstfall Leben retten könnte.

Peter Pegrin vom ARBÖ betonte die Bedeutung korrekter Ausrüstung: „Wenn man die richtige, korrekte Schutzkleidung trägt, kann das natürlich sehr schwere Verletzungen und mit Helm sogar tödliche Verletzungen bei einem Unfall verhindern.“

Im Ortsgebiet fehlt oft der Schutz

Besonders im Ortsgebiet verzichten drei von vier Motorradlenkern auf ausreichenden Schutz, so Pegrin. Als Grund nannte er die hohen Temperaturen und die Bequemlichkeit bei Kurzstrecken: „Es ist halt auch lässig, mit Flipflops mit dem Motorrad kurz um die Ecke, kurz zum Einkaufen oder kurz auf ein Eis zu fahren.“ Doch gerade dort entstünden oft schwere Verletzungen. Bereits ein Sturz bei geringer Geschwindigkeit könne ohne Schutzkleidung gravierende Folgen haben.

Helm, Handschuhe, Stiefel und Protektoren empfohlen

Das KfV und der ARBÖ empfehlen eine Mindestschutzausrüstung für jede Fahrt. Dazu gehören laut Pegrin ein Helm, der gesetzlich vorgeschrieben ist, sowie Handschuhe, festes Schuhwerk – idealerweise Stiefel – und Motorradbekleidung aus Textil oder Leder für Beine und Oberkörper.

Zusätzlich sollten Protektoren getragen werden, die bei einem Unfall die Gelenke schützen. Die Kleidung müsse optimal passen, betonte Pegrin: „Es nützt die teuerste, die beste Schutzkleidung nichts, wenn sie nicht optimal an den eigenen Körper passt.“ Der Experte empfiehlt zudem Schutzkleidung mit Airbag-System.

Fehlende Schutzkleidung kann Schmerzensgeld mindern

Auch rechtlich spielt die Schutzkleidung eine Rolle. Wer ohne entsprechende Ausrüstung fährt und verunglückt, muss mit einer Kürzung des Schmerzensgeldes rechnen – selbst wenn der Unfallgegner die volle Schuld trägt.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3363655/

Worüber spricht Klagenfurt morgen?

Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.