Kärntens Industrie fordert Investitionsanreize

Die Auftragslage der Kärntner Industriebetriebe zeigt sich stabil mit leicht positivem Ausblick. 77 Prozent der Unternehmen planen keine weiteren Personalanpassungen, wie die Industriellenvereinigung mitteilt, so der ORF.
Timo Springer, Präsident der Industriellenvereinigung, beschreibt die aktuelle Lage als Seitwärtsbewegung mit vorsichtigem Optimismus. Die Betriebe erwarten eine langsame Aufwärtsentwicklung. Für den Arbeitsmarkt bedeute dies eine spürbare Entlastung, da mehr als drei Viertel der Unternehmen auf weitere Personalkürzungen verzichten wollen.
Investitionsschwäche im internationalen Vergleich
Kritisch sieht Springer jedoch das Investitionsverhalten der heimischen Wirtschaft. Im Vergleich zu anderen Ländern werde zu wenig investiert. Die Politik müsse dringend Anreize schaffen, um Zukunftsinvestitionen am Standort zu fördern.
Bei den künftigen Anforderungen an Mitarbeiter nennt der IV-Präsident Projektverständnis, eigenständiges Arbeiten sowie Kompetenzen in neuen Technologien. Besonders gefragt seien Fähigkeiten in den Bereichen Digitalisierung, KI-Entwicklung, KI-Programmierung und Data Engineering.
Wettbewerbsfähigkeit sinkt seit Jahren
Österreich verliere im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften kontinuierlich an Wettbewerbsfähigkeit, warnt Springer. Hohe Lohnnebenkosten, überbordende Bürokratie und fehlende Investitionsanreize würden den Standort massiv gefährden. Auch bei den Energiekosten fordert die Industrie Senkungen.
Als Beleg führt die Industriellenvereinigung das IMD World Competitiveness Ranking an. Das Institut IMD in Lausanne bewertet darin 70 Länder. 2007 lag Österreich noch auf Platz elf, aktuell belegt das Land nur mehr Platz 29 – ein Verlust von 18 Plätzen innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten.
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