Kärntner Bauernkammer fordert Stopp der Bürokratie

Einen Monat vor der Kärntner Landwirtschaftskammerwahl ziehen die Kammervertreter Bilanz. Neben Erfolgen bei Wolfsmanagement und Hofübergaben steht künftig der Kampf gegen EU-Bürokratie im Fokus.
Die Landwirtschaftskammer Kärnten hat am Montag eine Bilanz der ablaufenden Periode vorgelegt. LK-Präsident Siegfried Huber verwies dabei auf zentrale Themen wie den Umgang mit dem Wolf, Entschädigungen für Mountainbikestrecken sowie die jüngste Dürre. Auch Unterstützung bei Hofübergaben, Bildungsangebote und der Kampf gegen Laborfleisch hätten die Arbeit geprägt. Die Wahl zur Landwirtschaftskammer findet am 25. Oktober statt.
Die Kammer vertritt rund 18.000 landwirtschaftliche Betriebe mit etwa 62.000 Mitgliedern, erklärte Kammeramtsdirektor Bernhard Rebernig. Man wolle ein starker und verlässlicher Partner für die Landwirtschaft sein. Als Erfolg nannte er das Alm- und Weideschutzgesetz, das Kärnten zu einem Vorreiter im Wolfsmanagement gemacht habe. Dafür habe man sogar in Brüssel lobbyiert.
Weitere Erfolge sieht die Kammer bei Hofübergaben und bei Entschädigungszahlungen für Mountainbikestrecken, die über landwirtschaftliche Flächen führen. Bei den Lagerbestimmungen für Siloballen wurde erreicht, dass die Lagerung bewilligungsfrei bleibt.
Bildung und Beratung im Fokus
Gegen die Zulassung von Laborfleisch sammelte die Kammer mehr als 43.000 Unterschriften. Eine entsprechende Erklärung fand Eingang ins österreichische Regierungsprogramm. In der ablaufenden Periode wurden rund 2.000 Bildungsveranstaltungen mit 65.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt.
Pro Jahr wurden 6.800 Betriebe beraten, 2.750 Betriebsübergaben und 900 Facharbeiter- und Meisterausbildungen begleitet. Am vergangenen Freitag wurde die Smartphone-App "lk.on" gestartet, die bereits 1.000 Mal heruntergeladen wurde. Die App bietet Bildungsangebote, die Agrarzeitung Kärntner Bauer, Beratungsanfragen sowie Informationen zu Wetter und Tierärzte-Notdienst.
Kritik an EU-Bürokratie
Für die Zukunft will die Kammer vor allem gegen Bürokratie kämpfen. Huber sprach konkret von einer „Brüsseler Bürokratielawine“. Angesichts der Dürre hätte man heuer viel früher die Erlaubnis bekommen müssen, auch Biodiversitätsflächen zu bewirtschaften. Ähnliches gelte für die Belastung durch den Drahtwurm, der ein Drittel der Erdäpfelernten vernichtet habe. „Gegen den dürfen wir nichts machen“, kritisierte Huber.
Die Ausfälle durch Dürre und Drahtwurm würden dazu führen, dass es Ende Jänner wohl keine österreichischen Erdäpfel mehr am Markt geben wird. „Dann müssen welche aus Ägypten importiert werden, wo Umweltschutzstandards völlig egal sind“, so der LK-Präsident.
Forderungen an Politik
Die Kammer fordert eine Inflationsanpassung der Ausgleichszahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Entlastung brauche es bei den Treibstoffpreisen. „Jetzt ist der Schmerzpunkt erreicht, das ist das Einser-Thema, egal mit wem man redet“, betonte Huber.
Zudem wünschen sich die Kammervertreter, dass Landwirtinnen und Landwirte im Naturschutz besser eingebunden werden und Einschränkungen fair abgegolten werden.
Quelle: APA
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