Kärntner Schüler diskutieren über Weltordnung

Bei den 15. Kärntner Gesprächen zur Demokratie und Politischen Bildung in der Arbeiterkammer Kärnten setzten sich zwei Schulklassen mit globalen Krisen und deren Auswirkungen auf den Alltag auseinander. Im Zentrum stand die Frage: In welcher Welt wollen wir leben?
Die Arbeiterkammer Kärnten lud heute zum 15. Mal zu den Kärntner Gesprächen zur Demokratie und Politischen Bildung. Unter dem Titel „Neue Welt(un)ordnung“ nahmen die Klassen 3AHW und 4CHW gemeinsam mit Prof. Silke Sallinger und Prof. Elke Anderwald am Austausch teil.
Globale Krisen beeinflussen den Alltag
AK-Präsident Günther Goach eröffnete die Veranstaltung mit einem Hinweis auf aktuelle Entwicklungen: Demokratien stehen unter Druck, internationale Bündnisse verlieren an Stabilität, globale Konflikte nehmen zu. Diese Veränderungen wirken sich direkt auf Preise, Lieferzeiten, Lebenserhaltungskosten, soziale Sicherheit, Gesundheitsversorgung und den Arbeitsmarkt aus. Zudem wird das Vertrauen in Politik und demokratische Institutionen auf die Probe gestellt.
Völkerrecht in der Krise
Die Schülerinnen und Schüler der 3AHW hörten die Auftakt-Keynote von Johannes Tropper, Rechtswissenschaftler an der Universität Wien. Er sprach über „Neue Welt(un)ordnung und altes Völkerrecht? Zur Krise und Zukunft der Völkerrechtsordnung“ und erläuterte grundlegende Fragen zum Völkerrecht und Gewaltverbot. Historische Entwicklungen wie internationale Handelsverflechtungen vor dem Ersten Weltkrieg, die Entstehung des Völkerbundes und Prozesse der Gesetzesänderung wurden ebenfalls thematisiert.
Konkret behandelt wurden der Irakkrieg, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie Entwicklungen rund um die USA, Israel, den Iran, Gaza und Venezuela. Für die Schülerinnen und Schüler boten diese Themen Anknüpfungspunkte zu bereits im Unterricht behandelten Inhalten. Im offenen Austausch konnten sie Fragen und Anmerkungen an die drei Vortragenden richten.
Demokratie braucht Beteiligung
Ein zentraler Gedanke der Veranstaltung: Meinungsfreiheit, Rechtstaatlichkeit und gesellschaftliche Beteiligung sind unverzichtbar. Demokratie funktioniert nur, wenn sich Menschen engagieren und Verantwortung übernehmen. Angesichts zunehmender Unsicherheit rücken Frieden, Freiheit, Zusammenarbeit und Solidarität stärker in den Mittelpunkt.
„Der Besuch in der Arbeiterkammer zeigte den Schüler*innen, wie eng internationale Entwicklungen mit dem eigenen Leben verbunden sind“, berichtet Prof. Sallinger. Goach habe die Bedeutung eines offenen Austauschs betont: einander zuzuhören, Fragen zu stellen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen – eine wichtige Botschaft, die auch die Jugendlichen mit nach Hause nahmen.
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