Kärntnerinnen erhalten 13.800 Euro weniger Pension im Jahr

Pia ProdingerPia Prodinger
Pensionslücke: Männer 13.800€ jährlich, Frauen 985€ monatlich
© Mit KI (Gemini) generiert

In Kärnten beträgt die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern heuer 38,8 Prozent. Während Männer durchschnittlich 2.537 Euro brutto monatlich beziehen, erhalten Frauen nur 1.552 Euro – ein jährlicher Unterschied von rund 13.800 Euro.

Der Equal Pension Day fällt in Kärnten heuer auf den 11. August 2026, österreichweit auf den 9. August. Er macht sichtbar, dass Frauen im Pensionsalter weiterhin erheblich weniger Geld zur Verfügung haben als Männer. Die Differenz bei den Alterspensionen – der sogenannte Gender Pension Gap – liegt in Kärnten bei 38,8 Prozent.

Konkret bedeutet das: Männer bekommen in Kärnten im Schnitt 2.537 Euro brutto pro Monat, Frauen hingegen nur 1.552 Euro brutto. Der monatliche Unterschied beträgt damit 985 Euro, aufs Jahr gerechnet ergibt sich eine Lücke von etwa 13.800 Euro.

AK fordert gezielte Maßnahmen

Günther Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, kritisiert das langsame Tempo bei der Verbesserung der Situation. Die finanzielle Benachteiligung von Frauen setze sich auch im Pensionsalter fort, obwohl es leichte Fortschritte gebe, so Goach.

Um die Pensionsschere nachhaltig zu schließen, brauche es gezielte Schritte:

„Neben einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie braucht es insbesondere den Ausbau hochwertiger Kinderbetreuungsangebote, eine gerechtere Verteilung unbezahlter Sorgearbeit sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Einkommens- und Erwerbschancen von Frauen. Nur so kann langfristig eine faire und existenzsichernde Altersversorgung für alle gewährleistet werden.“

Goach warnt, dass es mit dem derzeitigen Fortschritt noch mehr als ein Jahrhundert dauern würde, bis Frauen und Männer gleich hohe Pensionen erhalten.

„Das ist gesellschaftspolitlich nicht akzeptabel. Es braucht entschlossene Maßnahmen, die bestehende Ungleichheiten nachhaltig abbauen“

, betont der AK-Präsident.

Ursachen liegen in unterschiedlichen Erwerbsverläufen

Michaela Eigner-Pichler, Leiterin des AK-Referats für Beruf, Familie und Gleichstellung, verweist auf strukturelle Benachteiligungen als Hauptursache für die Pensionslücke. Frauen würden nach wie vor den Großteil der Betreuungs- und Pflegearbeit übernehmen.

„Daraus resultieren häufig längere Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitbeschäftigung und geringere Einkommen – Faktoren, die sich unmittelbar auf die Höhe der Pension auswirken“

, erklärt Eigner-Pichler.

Quelle: OTS

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